Theorien
 
violence wird auf die Tafel geschrieben
Kriminelle Karriere
Bus oder Bahn fahren ohne gültigen Fahrschein. Klauen im Supermarkt als Mutprobe. Das sind nur zwei Beispiele für abweichendes Verhalten von Jugendlichen. Grenzen ausprobieren und über die Stränge schlagen ist Teil des allgemeinen Entwicklungsprozesses vom Kind zum Erwachsenen.

Die meisten Mädchen und Jungen schlagen einen mehr oder weniger kurzzeitigen kriminellen Weg ein und verlassen diesen meist genauso plötzlich, wie er eingeschlagen wurde. Eine wirklich dauerhafte kriminelle Karriere zeigt sich nur bei einer absoluten Minderheit. Wie verändert sich delinquentes oder abweichendes Verhalten im Lebenslauf? Welche Faktoren erhöhen das Risiko einer kriminellen Karriere und welche Faktoren spielen beim Ausstieg eine Rolle?

Die klassischen Kriminalitätstheorien befassen sich mit der Unterscheidung von Tätern und Nichttätern. Diese Unterscheidung gilt in der heutigen Wissenschaft als veraltet, denn neue Theorieansätze betrachten abweichendes Verhalten als einen Abschnitt im Lebenslauf eines jeden Menschen. Betrachtet man den Lebensverlauf eines jeden Einzelnen, so lassen sich unterschiedliche Statuspassagen aufzeigen. Diese Statuspassagen sind durch objektive Übergänge gekennzeichnet, wie beispielsweise der Eintritt in eine Clique (Peergroup oder auch peers) und der damit einhergehende Verlust an Bedeutung der Eltern für den Jugendlichen, der Beginn einer Partnerschaft oder Liebesbeziehung oder der Wechsel von der Schule in das Berufsleben. In der Entwicklungskriminologie sind diese Übergänge von großer Bedeutung, denn sie sind Teil des allgemeinen Entwicklungsprozesses vom Kind zum Erwachsenen.

Neue Theorieansätze stellen die Entwicklung von Kriminalität in den Zusammenhang einer lebensgeschichtlichen Entwicklung und erklären unterschiedliche Verlaufsmuster von Kriminalität im Lebenslauf.