Robert K. Mertons Drucktheorie
Die 1938 von Merton entwickelte Drucktheorie basiert darauf, dass man sich den gesellschaftlichen Regeln entsprechend verhält und anerkannte Ziele verfolgt. Diese können sein: Eigentumswohnung, feste Arbeitsanstellung, Urlaubsreisen oder Gründung einer Familie.
Um diese Ziele zu erreichen, gibt es einen gesellschaftlich anerkannten Weg. Aufgrund geringer finanzieller Mittel ist es allerdings nicht jedem möglich, diese Ziele zu verwirklichen. Es kommt zu Stresssituationen - sozialer Druck. Die Betroffenen haben nach Merton fünf Reaktionsmöglichkeiten:
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Konformität: Gesellschaftliche Ziele werden bejaht. Mittel zur Erreichung der Ziele stehen zur Verfügung. Beispiel: Finanzielle Mittel sind vorhanden, um sich eine Eigentumswohnung leisten zu können.
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Innovation: Ziele werden akzeptiert, aber illegitime Mittel angewendet, um diese zu erreichen. Beispiel: Der Wunsch, sich modisch zu kleiden ist vorhanden, das Geld für diese Kleidung allerdings knapp. Es wird Ladendiebstahl begangen oder gefälschte Markenware gekauft.
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Ritualismus: Gesellschaftliche Ziele werden soweit reduziert, bis sie mit legalen Mitteln erreicht werden können. Beispiel: Regelmäßige Urlaubsreisen ins Ausland sind wünschenswert, aber nicht finanzierbar. Stattdessen werden Tagesausflüge in die nähere Umgebung gemacht.
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Rückzug: Gesellschaftliche Ziele und deren legale Mittel werden abgelehnt. Beispiel: Der Betroffene flüchtet sich in Drogen oder Alkohol.
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Rebellion: Ziele und Mittel werden aufgegeben und durch neue ersetzt. Beispiel: Neuorientierung an Sekten oder extremistische Gruppen.
Kriminalität wird durch fehlende Mittel zur Umsetzung gesellschaftlicher Ziele erklärt. Betroffene wählen zudem ihren Freundes- und Bekanntenkreis aus Personen, die sich in einer ähnlichen Lage befinden. Diese Beziehungen tolerieren in der Regel die Mittel zur Erreichung der gesellschaftlichen Ziele und bieten Gelegenheiten für Straftaten. Kriminalität wird fortgesetzt.
Nach der Drucktheorie von Merton wird Kriminalität von den Personen begangen, denen wenig finanzielle Mittel zur Verfügung stehen - der Unterschicht. Die Theorie liefert aber keine Erklärungen, warum sich die Mehrheit der Unterschicht normkonform verhält. Sie erklärt nicht, warum Personen aus der Oberschicht beispielsweise Wirtschaftskriminalität begehen. Sie lässt die Frage nach dem Abbruch offen und liefert keine Erklärung für hohe Zahlen im Bereich der Jugenddelinquenz.