Sucht
 
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Suchtprävention heute und morgen
Am 13. Juli 2006 fand in Hannover die Jahrestagung der Niedersächsischen Landesstelle für Suchtfragen statt. Unter dem Motto "Effektivität und Qualität von Suchtprävention" standen Fragen der Wirksamkeit sowie Möglichkeiten der Qualitätssicherung im Vordergrund.

Wie können Qualitätsstandards in der Suchtprävention aussehen? Welche suchtpräventiven Maßnahmen sind tatsächlich effektiv? Fragen, die auf der Jahrestagung der Niedersächsischen Landesstelle für Suchtfragen (NLS) unter der Leitung von Dr. Manfred Rabes, Geschäftsführer der NLS, im Mittelpunkt standen.

Nach einer Begrüßung durch den stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden der NLS, Conrad Tönsing, sprach die Landesdrogenbeauftragte des Niedersächsischen Ministeriums für Soziales, Frauen, Familie und Gesundheit, Sabine Brägelmann-Tan, einige Grußworte. Hierbei betonte sie die Wichtigkeit suchtpräventiver Arbeit und fasste kurz wesentliche Erfolge suchtpräventiver Arbeit zusammen.

Im Anschluss stellte Dr. Anneke Bühler wesentliche Ergebnisse ihrer aktuellen Untersuchung vor. Die Diplom-Psychologin vom Institut für Therapieforschung München untersuchte die Wirksamkeit suchtpräventiver Maßnahmen. Hierbei zeigte die Wissenschaftlerin auf, welche Präventionsmaßnahmen aus wissenschaftlicher Sicht besonders effektiv sind und was in der suchtpräventiven Arbeit weniger Wirkung zeigt.

Über Qualitätssicherung und qualitätssichernde Maßnahmen in der Suchtprävention referierte Thomas Kliche, Diplom-Politologe und Diplom-Psychologe vom Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf. Er machte deutlich, wozu Qualitätssicherung auch im Bereich der Suchtprävention notwendig ist. Am Beispiel von QS-Prävention stellte der Wissenschaftler Konzeption, Instrumente und Anwendungsverfahren vor.

Die darauf folgenden Workshops gaben den Teilnehmerinnen und Teilnehmern dieser Tagung einen Einblick in unterschiedliche Präventionsprogramme. Von der Fachhochschule Magdeburg waren hierzu Prof. Dr. Wolfgang Heckmann und sein Mitarbeiter Marcel Christoph vor Ort. Sie stellten Evaluationsergebnisse ihres Peer-Projekts an Fahrschulen aus Sachsen-Anhalt und Niedersachsen vor. Hierbei machten sie deutlich, wie wichtig und wirkungsvoll diese zielgerichtete Form der Suchtprävention im Straßenverkehr ist. Yvonne Meiners von der Fachambulanz für Suchtprävention und Rehabilitation Osnabrück erläuterte in ihrem Workshop die Untersuchungsergebnisse des Bundesmodellprogramms "HaLT". Wie Qualitätsstandards in der betrieblichen Suchtprävention gesetzt werden können, zeigte Dr. Elisabeth Wienemann von der Universität Hannover auf, während Ricarda Henze von der NLS Hannover ihren Workshopteilnehmerinnen und -teilnehmern die Evaluationsergebnisse des NLS-Bausteinprogramms "BASS" darlegte.

Mit einem Beitrag der Referentin der NLS, Ingeborg Holterhoff-Schulte, über "Standards für eine qualifizierte und effektive Suchtprävention in Niedersachsen" schloss die Jahrestagung der Niedersächsischen Landesstelle für Suchtfragen in Hannover.

Im Anschluss an die Veranstaltung sprachen einige der Referenten mit der Sign-Redaktion über ihre Arbeit. Im Interview erläuterten sie ihre Sichtweise und machten deutlich, was ihrer Meinung nach wichtig sei, um effektiv in der Suchtprävention arbeiten zu können. Über folgende Links gelangen Sie direkt zu den Interviews:

Interview mit Dr. Manfred Rabes, Geschäftsführer der NLS Hannover

Dr. Anneke Bühler, Leiterin des Fachbereichs Präventionsforschung am IFT München

Ingeborg Holterhoff-Schulte, Referentin für Suchtprävention der NLS Hannover