Mobbing oder Bullying?
Da wird hinter dem Rücken über einen Mitschüler gelästert und getuschelt. Abwertende Bemerkungen werden gemacht und Informationen nicht weitergegeben. Schnell wird von Mobbing gesprochen - auch in der Schule. Doch was ist das überhaupt und wo ist der Unterschied zu Bullying?
Was heißt Mobbing?
Was heißt Bullying?
Der Begriff Mobbing stammt aus dem Englischen Sprachgebrauch und leitet sich ab von dem Wort "mob", welches mit Meute, Gesindel, Pöbel oder Bande übersetzt werden kann. Übersetzt werden kann "to mob" mit den Deutschen Wörtern anpöbeln, angreifen oder über jemanden herfallen. Mobbing ist also gleichbedeutend mit Schikane. Auch in der Schule wird Mobbing zunehmend als ernsthaftes Problem wahrgenommen.
Was heißt Mobbing?
Jemand wird gemobbt, wenn er über einen längeren Zeitraum wiederholt negativen Handlungen anderer Personen ausgesetzt ist. Zu diesen negativen Handlungen zählen unter anderem Ausgrenzungen, Schikanen und Belästigungen sowie Beleidigungen. In Mobbing-Fällen existiert daher immer eine Täter-Opfer-Beziehung. Obwohl Schikanen der psychischen Gewalt zugeordnet werden, können sie systematisch und fortwährend eingesetzt auch körperliche Gewalt erzeugen und einen Mobbing-Prozess einleiten. Man spricht von Mobbing, wenn alle folgenden Kriterien erfüllt sind:
- Ein Konflikt läuft in immer ähnlicher Art und Weise ab.
- Es sind zwei Parteien beteiligt, in der eine Partei unterlegen ist.
- Es handelt sich um wiederholte und wiederkehrende (wöchentliche oder tägliche) Angriffe.
- Das Geschehen erstreckt sich über einen längeren Zeitraum (meist mehrere Monate).
- Das Opfer ist handlungsunfähig und kann sich nicht mehr allein aus dieser Situation befreien.
Was heißt Bullying?
Und was meint der Begriff Bullying? Wo liegen die Unterschiede zwischen Mobbing und Bullying?
Bisher gibt es jedoch keine allgemein anerkannte Definition für Mobbing. In der Wissenschaft werden bisher folgende Gesichtspunkte betont:
- Verhaltensmuster: Mobbing bezieht sich auf ein bestimmtes systematisches Verhaltensmuster, nicht auf Einzelhandlungen. Die Handlungsweisen wiederholen sich.
- Verhalten: Mobbingverhalten kann verbal (beispielsweise Beschimpfung), nonverbal (zum Beispiel Vorenthalten von Informationen) oder physisch (hierzu zählt unter anderem Verprügeln) sein. Solche Handlungen gelten als feindselig, aggressiv, destruktiv und unethisch.
- Machtverhältnisse: Die Beteiligten haben unterschiedliche Einflussmöglichkeiten auf die jeweilige Situation. Das Opfer ist dem Täter unterlegen.
- Opfer: Im Handlungsverlauf kristallisiert sich ein Opfer heraus. Wegen der ungleichen Machtverteilung hat es Schwierigkeiten, sich zu verteidigen.
Vor allem im deutschsprachigen Raum sind Mobbingforscher der Meinung, dass Mobbing unterschwellig und subtil sein muss. Auch über den Begriff als solchen herrscht Uneinigkeit. Während in den deutschsprachigen und skandinavischen Ländern vielfach von "Mobbing" gesprochen wird, ist dieser Begriff im angelsächsischen Sprachraum weitestgehend unbekannt. So wird in Großbritannien und Irland statt von "Mobbing" in der Regel von "Bullying" gesprochen. Dieser Begriff umfasst nicht nur oben aufgeführtes sondern schließt auch tyrannisches Verhalten mit ein. Aus diesem Grund wird teilweise zwischen "Bullying" und "Mobbing" unterschieden. Mobbing in der Schule wird deshalb im Deutschen öfter als "Bullying" bezeichnet.
Der Begriff "Bullying" leitet sich von dem Englischen Wort "bully" ab und bedeutet soviel wie brutaler Mensch, Tyrann oder Despot. Im Gegensatz zu Mobbing wird bei unfairen Bullying-Attacken weniger die Gruppe, als vielmehr ein einzelner Täter festgemacht. Bullying beschreibt demnach unfaire Attacken durch Einzelne, die besonders grob und rücksichtslos gegenüber ihrem Opfer sind. Ziel solcher Attacken ist die Terrorisierung, Einschüchterung und letztendlich die Vertreibung oder Vernichtung des Opfers.
Wie Lehrer Mobbing- oder Bullying-Vorfällen in der Schule begenen sollten, erfahren Sie hier.
Auch Eltern sollten angemessen auf ihr Kind eingehen, wenn es von Mobbing bedroht ist. Wie, können Sie hier nachlesen.