Prävention
 
Das Transtheoretische Modell: Ein Stufenmodell der Verhaltensänderung von Proschka und DiClemente
Das Transtheoretische Modell dient der Erklärung, Beeinflussung und Beschreibung von Verhaltensänderungen. Anhand dieses Modells kann man die spezifischen Phasen, die Menschen bei individuellen Verhaltensänderungen typischerweise durchlaufen, erkennen.

Eine Verhaltensänderung ist ein mehrstufiger Prozess, der sich über einen längeren Zeitraum erstreckt. 

Das TTM Modell kann eingesetzt werden um Verhaltensweisen besser einzuschätzen. Dieser Prozess der Verhaltensänderung findet zum Beispiel bei der Ernährungsumstellung oder bei der Bemühung das Rauchen aufzugeben sowie bei dem Bestreben körperlich aktiver zu sein, seinen Einsatz.

Um das Verhalten zu ändern, durchlaufen Menschen fünf Phasen:

1.Phase der Absichtslosigkeit

Die Personen besitzen noch nicht die Absicht ihr Verhalten zu ändern. Allerdings werden Überlegungen angestellt, das Verhalten in absehbarer Zeit zu ändern. Das Problembewusstsein fehlt hier noch. Diese Phase ist sehr stabil.

2. Phase der Absichtsbildung

Die Personen haben die Absicht, ihr Verhalten zu ändern. Außerdem sind sie offen für neue Erkenntnisse, Beobachtungen, Auseinandersetzungen und Interpretationen. Es wird das eigene Verhalten überdacht. Das bedeutet, es wird nachgedacht anstatt zu handeln, denn das Gewohnte wird noch als positiv betrachtet.

3. Phase der Vorbereitung

Die Personen planen konkret, in naher Zukunft ihr Verhalten zu ändern. Es werden entsprechende Argumente gesammelt und Vorbereitungen getroffen, die sich auf das Verhalten beziehen. Hier geht es oft ums Ausprobieren. Darum ist die Phase recht kurz und instabil.

4. Phase der Umsetzung

Hier wird das neue Verhalten seit kurzer Zeit regelmäßig ausgeführt. Es wird aus einem Sinn der Selbstbefreiung heraus agiert. Das ist wichtig, um den gewohnheitsmäßigen oder sozialen Versuchungen zu widerstehen. Diese Phase ist die schwierigste, da ein hohes Rückfallrisiko besteht. Darum ist hier die Unterstützung aus dem sozialen Umfeld sehr wichtig.

5. Phase der Stabilisierung

Die Personen üben bereits seit einiger Zeit neue Verhaltensweisen aus. Es haben sich neue Verhaltensgewohnheiten gebildet und die Rückfallwahrscheinlichkeit ist geringer. Man kann dies als ideale gesundheitsbezogene Phase bezeichnen.

Die Menschen können in jeder Phase für unbegrenzt lange Zeit verbleiben. Ein Rückfall in eine vorhergehende Phase ist immer möglich.

Das Modell berücksichtigt Veränderungsprozesse. Die Veränderungsprozesse ermöglichen eine Änderungsbereitschaft und beziehen sich auf zwei Dimensionen. In der ersten bis dritten Phase sind vor allem kognitive, affektive und selbst-evaluierende Prozesse wichtig. In der dritten bis fünften Phase sind verhaltensorientierte Prozesse wichtig. Diese umfassen die soziale Unterstützung sowie deren Kontrolle. Die Identifikation von Phasen dient dazu, um mit etwas Unerwünschtem aufzuhören, es zu reduzieren (zum Beispiel Rauchen), mit etwas Erwünschtem zu beginnen oder es zu steigern (zum Beispiel mehr Obst essen).
Neben diesen Phasen und Prozessen existieren die Entscheidungsbalance und die Selbstwirksamkeitserwartung.  

In der Entscheidungsbalance werden wahrgenommene Vor  und Nachteile thematisiert. Die Selbstwirksamkeitserwartung beschreibt die Zuversicht, ein erwünschtes Verhalten in schwierigen Situationen ausüben zu können und der Versuchung widerstehen zu können.

Das Stufenmodell der Verhaltensänderung ist ein nützliches Gerüst für die Planung, Durchführung und Evaluation von Maßnahmen. Es kann als Instrument für zielgruppenorientierte Informationskampagne benutzt werden. 

Zum Artikel "Verhaltensprävention und Verhältnisprävention ein Teil der Gesundheitsförderung".