Umwelt
 
Frau mit Taschentuch auf Blumenwiese
Allergien – was sie sind und woher sie kommen
Allergien sind chronische Erkrankungen. Weltweit ist eine Zunahme an allergischen Reaktionen zu verzeichnen – insbesondere bei Heuschnupfen. Experten befürchten, dass er sich weiter ausbreiten wird. Auch die Liste der Allergieauslöser wird immer länger.

Warum die Liste der Allergene ständig wächst, ist noch nicht geklärt. Einen Grund sehen Experten jedoch darin, dass das Pollenspektrum laufend von Neuankömmlingen erweitert wird. Ein Beispiel ist die vermutlich aus den USA stammende Beifußambrosie. Sie verfügt über erhebliches allergisches Potenzial. Doch auch die Klimaveränderungen haben Auswirkungen auf den Pollenflug – sie können ihn verstärken oder verlängern. Darüber hinaus ist auch der Verbindung von Schadstoffen und Pollen Beachtung zu schenken, so die Meinung von Wissenschaftlern. So kann die Belastung mit Schadstoffen den Stoffwechsel der Pflanzen verändern. Zu den häufigsten Allergieauslösern zählen jedoch nach wie vor Pflanzenpollen von früh blühenden Bäumen wie Hasel, Erle und Birke. Von Mai bis September kommen zudem unterschiedliche Gräser und Getreide hinzu. Selbst im Herbst können verschiedene Kräuter die Luft weiter mit Pollen anreichern und zu Niesattacken führen.

Allergieauslöser

Auch wenn inzwischen bestimmte Risikofaktoren bekannt sind, die Allergien begünstigen, sind die eigentlichen Allergieursachen weiterhin unbekannt. So steht die Diskussion über die Ursachen von Allergien momentan auch im Zeichen der so genannten Hygiene-Hypothese. Ein Grund für diese Hypothese ist das allergische Asthma. Es ist häufig an Heuschnupfen oder eine Allergie gegen Hausstaubmilben gekoppelt und tritt wissenschaftlichen Studien zufolge häufiger bei Stadtkindern auf als bei Kindern, die auf dem Lande oder Bauernhof aufwachsen. Demnach ist die Annahme, dass eine ländliche Umgebung mit einer größeren Artenvielfalt und vielfältigeren Lebensformen das kindliche Immunsystem besser trainieren als sterile Städte. Gestützt wird diese Hypothese zudem von der Beobachtung, dass Kinder, die mit Geschwistern groß werden oder regelmäßig eine Kinderkrippe besuchen, seltener Allergien bekommen. Auch wenn diese Annahme derzeit wissenschaftlich untersucht wird, steht bereits fest, dass sie für allergische Reaktionen wie Neurodermitis wohl keine Rolle spielt.

Inzwischen zeigt etwa jedes dritte Schulkind in Deutschland allergische Symptome. Hierzu gehören vor allem juckende, tränende oder rote Augen, eine laufende oder verstopfte Nase, Husten und Atembeschwerden. Juckender, schuppiger Ausschlag und trockene Haut an den Oberarmbeugen und Kniekehlen bei Kleinkindern können zudem auf eine Neurodermitis hinweisen – auch atopisches Ekzem genannt.

Besondere Risikofaktoren

Wissenschaftliche Untersuchungen haben in den letzten Jahren gezeigt, dass Allergien immer auch einiges mit der Veranlagung zu tun haben. Demnach ist das Erkrankungsrisiko der Kinder um ein Vielfaches höher, wenn bereits die Eltern an Allergien leiden. Das Allergierisiko beläuft sich nach aktuellen Studien in folgenden Gruppen wie folgt:

  • kein Familienmitglied allergisch: Allergierisiko 10 bis 15 Prozent
  • ein Elternteil oder Geschwister allergisch: Allergierisiko 30 Prozent
  • beide Eltern allergisch: Allergierisiko 60 bis 80 Prozent

Doch nicht nur die Gene nehmen Einfluss auf unser Allergierisiko. Auch Tabakrauch ist ein machtvoller Risikofaktor. So haben beispielsweise Kinder, die häufig Zigarettenrauch ausgesetzt sind, ein deutlich erhöhtes Allergierisiko als rauchfrei aufwachsende Altersgenossen.

Wie Heuschnupfen entsteht, erfahren Sie hier.