Wenn der Körper unter Strom steht
Nicht nur Manager leiden unter Stress, auch Durchschnittsbürger klagen häufig über Stress-Situationen im Alltag. Die Folgen von Stress werden oft unterschätzt. Mediziner warnen jedoch, denn wissenschaftliche Studien zeigen, dass viele Krankheiten stressbedingt sind.
Was ist Stress?
Guter Stress - böser Stress?
Was bedeutet Stress für unseren Körper?
Stress macht krank
Stress - Was tun?
Stress zählt inzwischen zu den häufigsten Ursachen eines Herzinfarkts. Doch auch chronische Erkrankungen sind nach Angaben von Experten immer häufiger auf Stress zurückzuführen. Schätzungen gehen davon aus, dass Stress in 90 Prozent aller chronischen Erkrankungen als auslösender Faktor mit im Spiel ist.
Was ist Stress?
Die Auslöser für Stress können sehr unterschiedlich sein. Demnach können psychische und mentale Belastungssituationen ebenso verantwortlich sein wie schwere körperliche Arbeit, Erkrankungen, Lärm und Leistungssport. Wichtig zu bedenken ist, dass jeder von uns anders mit diesen Herausforderungen umgeht. So können beispielsweise Belastungen, mit denen der eine ohne weiteres klarkommt, den anderen massiv unter Druck setzen. Doch auch wir selbst reagieren immer wieder anders auf stressige Situationen. So können Aufgaben, die gestern noch gut zu lösen waren, morgen schon zu massivem Stress führen. Dies macht die Situation für die Betroffenen oft besonders schwierig, denn sie können ihre eigene Belastbarkeit oft nicht richtig einschätzen.
Guter Stress - böser Stress?
Generell wird zwischen zwei Formen von Stress unterschieden: Den so genannten Eustress erleben wir als positive Herausforderung. Wir fühlen uns den Herausforderungen gewachsen und verbuchen diese Erfahrung als eine Phase mit gutem Stress. Demgegenüber ruft Distress Sorgen, Kummer und Ängste in uns hervor. Wer dauerhaft diesem negativen Stress ausgesetzt ist, kann regelrecht krank werden.
Was bedeutet Stress für unseren Körper?
Unser Körper erlebt Stress als Ausnahmezustand. In stressigen Situationen produzieren wir große Mengen an Stress-Hormonen wie Adrenalin, Noradrenalin und Kortisol. Dadurch werden in unserem Körper Energiereserven freigesetzt. Unsere Atmung wird schneller, unser Herz und Kreislauf laufen auf Hochtouren und unsere Muskeln sind angespannt. Das ist jedoch noch längst nicht alles. Denn darüber hinaus verengen sich unsere Blutgefäße, der Blutdruck steigt und Zucker- und Fettvorräte werden mobilisiert. Diese Extremleistungen kann unser Körper jedoch nicht leisten, ohne andere Körperfunktionen herunterzufahren. So laufen in Stress-Situationen beispielsweise unsere Immunabwehr und unsere Magen- und Darmaktivität auf Sparflamme. Auch die Sexualfunktionen können zeitweise eingeschränkt sein.
Stress ist jedoch keineswegs negativ zu bewerten. Zu Urzeiten war er sogar lebensnotwendig, denn durch die Stressreaktion wurde der Körper auf einen bevorstehenden Kampf oder eine schnelle Flucht vorbereitet. Stress konnte demnach lebensrettend sein. Im Laufe der Jahrhunderte hat sich die Art des Stresses zwar verändert, unsere körperliche Reaktion auf Stress konnte sich dem jedoch nicht anpassen. Ein besonderes Merkmal heutiger Stresssituationen ist zum Beispiel, dass sie in der Regel über einen längeren Zeitraum anhalten, ohne dass wir zwischenzeitlich ausreichende Erholungsphasen haben. Aufgrund der fehlenden Erholungsphasen verbraucht unser Körper seine Energie- und Vitalstoffreserven, was auf Dauer nicht ohne folgen bleibt.
Stress macht krank
Wer dauerhaft Stress ausgesetzt ist, ohne seinen Körper in ausreichenden Erholungsphasen wieder auftanken zu können, dem kann man diese Strapazen nach einiger Zeit durchaus ansehen. Sowohl unsere Psyche als auch unser Körper reagieren massiv auf Stress. Häufige Anzeichen des inneren Drucks sind vor allem eine starre Mimik, Fußwippen, Zittern und Stottern. Darüber hinaus leiden die Betroffenen oft unter Spannungskopfschmerzen, Rücken- und Nackenschmerzen. Auch nimmt ihre Konzentrationsfähigkeit massiv ab, ihre Gedanken drehen sich im Kreis oder es kommt zu regelrechten Blackouts.
Doch selbst wenn die Stresssituation als solche bereits längere Zeit vorüber ist, kann der Druck weiterhin präsent sein. Erschöpfungszustände, Muskelkrämpfe, Schlaflosigkeit und Gereiztheit machen es den Betroffenen zudem häufig nicht möglich, Entspannungsphasen zur Erholung zu nutzen. Dauerhafter Stress kann sogar zu Angstzuständen und Depressionen führen.
Stress - was tun?
Wer kennt ihn nicht, den Satz: „Entspann dich doch mal!“ Wäre das mit der Entspannung jedoch tatsächlich so einfach, hätte sich Stress nicht zu einer regelrechten Volkskrankheit entwickeln können. Doch statt zu entspannen, versuchen viele von uns dem schnelllebigen Zeitalter hinterherzukommen. Sie lassen Erholungsphasen aus, um mehr Zeit für „wichtigere“ Aufgaben zu haben. Entspannung und Zeit zum Nichtstun sind zu einem regelrechten Luxus in unserer Gesellschaft geworden. Darüber hinaus haben viele im Laufe der Zeit verlernt, zwischendurch mal wieder loszulassen. Doch was tun, wenn ich tatsächlich nicht mehr abschalten kann?
Entspannungstechniken wie autogenes Training oder Yoga können beispielsweise helfen, die so genannte innere Mitte und so den eigenen Ruhepol wieder zu finden. Auch persönliche Anti-Stress-Konzepte, die gemeinsam mit Fachleuten entwickelt werden, zielen darauf ab, eingefahrene Verhaltensmuster langfristig zu verändern und die Stressdosis zu verringern. Doch Stress wirkt sich nicht nur auf unsere psychische Gesundheit aus. Längere Stresssituationen hinterlassen auch Spuren in unserer physischen Gesundheit. So ist unser Stoffwechsel in Stresssituationen beispielsweise nicht in der Lage, die Versorgung mit Mikronährstoffen sicherzustellen. Es kann zu einem kritischen Defizit an Vitaminen, Mineralien und Spurenelementen kommen. Untersuchungen zeigen, dass Stress vor allem unseren Magnesiumhaushalt angreift, was sich auf Dauer auf die Muskelzellen unserer Herz- und Blutgefäße auswirkt. Weitere wichtige Vitalstoffe, die ein gestresster Körper nur unzureichend aufnimmt und verarbeitet sind die Vitamine A, C, E, Selen und Zink. Dabei handelt es sich um Antioxidantien, die unser Körper zur Bekämpfung freier Radikaler sowie zur Reparatur von Zellschäden benötigt. Zudem hilft Vitamin C den Verlust an Anti-Stress-Hormonen auszugleichen.
Wie Sie stressigen Situationen im Alltag begegnen können, erfahren Sie hier.
Wer jedoch unter dauerhaftem Stress leidet, sollte sich auf jeden Fall in die Hände eines erfahrenen Mediziners begeben!