Deutschland „IN FORM“, die Initiative für gesunde Ernährung und mehr Bewegung
Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt und Bundesernährungsministerin Ilse Aigner starten am 2. Dezember 2008 in Berlin die Initiative „IN FORM“. Mit dabei sind Akteure aus den Bereichen Gesundheitsförderung und Prävention.
Die Initiative ist aus dem „Nationalen Aktionsplan zur Prävention von Fehlernährung, Bewegungsmangel, Übergewicht und damit zusammenhängenden Krankheiten“ der beiden Ministerien entstanden. Beschlossen wurde sie im Juni 2008 durch das Bundeskabinett mit einer Laufzeit bis 2020. Langfristiges Ziel von IN FORM ist es, Gesundheitsförderung und Prävention als einen Wert in der Gesellschaft zu verankern und die Kultur für einen gesunden Lebensstil in Deutschland zu schaffen. Die Zunahme von Übergewicht bei Kindern soll dadurch gestoppt und die Verbreitung von Übergewicht und ernähungsbedingten Erkrankungen in der Bevölkerung verringert werden.
Mit Aufklärung und Informationen, mit Veranstaltungen und Projekten sollen Menschen aller Altersstufen stärker motiviert werden, sich im Alltag ausgewogen zu ernähren und körperlich aktiv zu sein. Dazu möchte IN FORM die Menschen in ihrem jeweiligen Lebensumfeld, dort wo sie leben, lernen, arbeiten und spielen, ansprechen und unterstützen. Kinder und Jugendliche, Berufstätige, Menschen mit Migrationshintergrund und Seniorinnen und Senioren stehen dabei im Mittelpunkt des Interesses.
Handlungsfelder
IN FORM hat fünf Handlungsfelder festgelegt:
1. Bund, Länder und Kommunen sollen eine Vorbildfunktion einnehmen.
Sie sollen ihre Maßnahmen und Projekte zu den entsprechenden Themen bündeln. In ihrer Rolle als Arbeitgeber wollen sie die Gesundheit ihrer Beschäftigten fördern. Als Träger von Gemeinschaftseinrichtungen der Bereiche Erziehung, Bildung, Pflege und Gesundheit sind sie gefordert, auch die Rahmenbedingungen für die Förderung eines gesunden Ernährungs- und Bewegungsverhaltens innerhalb dieser Einrichtungen zu verbessern.
2. Bildung und Information über Ernährung, Bewegung und Gesundheit.
Empfehlungen zum Ernährungs- und Bewegungsverhalten und Informationen zu den Auswirkungen auf die eigene Gesundheit sollen zielgruppenspezifisch und alltagstauglich zur Verfügung gestellt werden. Als Beispiel sind hier der „aid-Ernährungsführerschein“ zu nennen, der in Grundschulen angeboten wird und die Aktion „Leben hat Gewicht – gemeinsam gegen den Schlankheitswahn“ zur Prävention von Essstörungen. Weiterhin sollen konkrete Angebote für Menschen und Bevölkerungsgruppen entwickelt werden, die bislang kaum Zugang zu gesundheitsförderlichen Angeboten hatten.
3. Bewegung im Alltag.
Für mehr Bewegung und Sport im Wohnumfeld (Spielplätze, Parks, Rad- und Fußwege) und auf dem Weg zur Arbeit oder zur Schule sollen Anreize und neue Strukturen geschaffen werden. Als beispielhaft wird die Kampagne „jeden Tag 3.000 Schritte extra“ hervorgehoben, die seit 2005 viele Menschen in Gemeinden, Kommunen oder in gemeinsamen Aktionen zu mehr täglicher Bewegung motiviert.
4. Qualitätsverbesserung bei der Verpflegung außer Haus.
In Einrichtungen der Gemeinschaftsverpflegung von Kindertagesstätten, Schulen, Betrieben, Krankenhäusern, Senioreneinrichtungen und so weiter sollen bedarfsgerechte und ausgewogene Ernährungsangebote gefördert werden. Bund und Länder richten beispielsweise derzeit in den einzelnen Ländern Vernetzungsstellen für die Schulverpflegung ein, die den Schulen bei der Einrichtung von qualitativ hochwertigen Verpflegungsangeboten Unterstützung anbieten.
5. Impulse für die Forschung.
Die Grundlagenforschung und die Forschung zur Entwicklung und Umsetzung von anwenderorientierten Angeboten im Ernährungs- und Bewegungsbereich werden ausgebaut und miteinander vernetzt. Die Evaluation und Qualitätssicherung der Maßnahmen der Primärprävention und Gesundheitsförderung sollen wissenschaftlich begleitet und die geeigneten Instrumente dafür entwickelt werden.
IN FORM unterstützt bereits 25 lokale „Aktionsbündnisse für gesunde Lebensstile und Lebenswelten“ finanziell. In Stadtquartieren, Stadtteilen, Kommunen oder Landkreisen werden vorhandene Aktivitäten vernetzt und damit neue Impulse in der Gesundheitsförderung vor Ort gegeben.
Beide Ministerien stellen für IN FORM in ihren Haushalten zunächst jeweils mindestens fünf Millionen Euro pro Jahr für die Jahre 2008 bis 2010 zur Verfügung.
Die ausführliche IN FORM-Broschüre finden Sie als PDF zum Herunterladen hier.
Bereits bestehende Aktivitäten von Bund, Ländern, Gemeinden und Kommunen sind in einem Heft zusammengefasst, das Sie als PDF hier herunterladen können.
Quelle: www.in-form.de