Gesundheit
 
Hund und Schwein
„Den inneren Schweinhund überwinden“: Was hat diese Redewendung mit Gesundheitsförderung zu tun?

Wer einen guten Vorsatz für sein Leben fasst, muss gelegentlich den „inneren Schweinehund“ überwinden. Dies gilt auch für Vorsätze zur Verbesserung der eigenen Gesundheit, aber ebenso für Vorhaben der Gesundheitsförderung in Schulen.

Der Begriff „innerer Schweinehund“ stellt eine Umschreibung dar. Gemeint ist damit das Bild der „Willensschwäche“, die einen Menschen daran hindert, etwas zu tun, was für ihn eigentlich sinnvoll oder nützlich wäre. Oft wird der bequemere Weg gewählt, weil das Geforderte zu anstrengend oder aufwendig erscheint. Wenn ich aber etwas Neues erreichen will muss ich den inneren Schweinehund gelegentlich oder auch immer neu überwinden.
Dass die Begrifflichkeit des „inneren Schweinehundes“ und seiner Überwindung auch im Bereich der Gesundheitsförderung und Prävention aktuell ist, wird beispielsweise an einer Kampagne des Thüringer Ministeriums für Soziales, Familie und Gesundheit deutlich. Die Kampagne der vergangenen Jahre „Gesund leben – Jemand dagegen? Mein innerer Schweinehund“ zielte durch vielseitige Angebote, Aktionen und Anregungen auf die Prävention von Übergewicht.

Nicht selten drohen Projekte im Bereich der Gesundheitsförderung und Prävention zu scheitern, weil die Vorsätze zu hoch und die geplanten Schritte zu groß oder zu viel sind. Da scheint es nur allzu verständlich, wenn es nicht mehr gelingt den „inneren Schweinehund“ zu überwinden.
Wie kann es aber gelingen, dass gute Vorsätze im Kontext von Gesundheitsförderung nicht auf der Strecke bleiben? Wie kann die Motivation auf diesem Weg erhalten bleiben? Wir haben einige Anregungen für Sie zusammengestellt:

  • Setzen Sie sich ein konkretes Ziel!
    Zunächst gilt es sich individuell oder auch für ein Kollegium ein ganz konkretes Ziel zu setzen. Das Ziel sollte nicht zu hoch sein, damit es auch tatsächlich und möglichst zeitnah erreicht werden kann.
  • Legen Sie Etappenziele fest!
    Die Schritte auf dem Weg zu einem Ziel sollten – gleich einem Handlungsplan – genau und präzise beschrieben sein. Kleine Etappen eines Handlungsplans, sind leichter zu bewältigen und sichern den Erfolg.
  • Verschriftlichen Sie Ihren Handlungsplan!
    Von großer Bedeutung ist die Verschriftlichung eines derartigen Handlungsplans. Das hilft sowohl bei der Zielsetzung als auch bei dessen Bewältigung. So erhält der Vorsatz eine Art Verbindlichkeitserklärung und zugleich „Veröffentlichung“. Studien des Lehrstuhls für Motivationspsychologie der Universität Zürich haben gezeigt, dass diese Vorgehensweise tatsächlich Wunder bewirkt.
  • Feiern Sie Ihre Erfolge!
    Halten Sie regelmäßig eine Rückschau auf bereits erfolgreich vollzogene Änderungsschritte. Erfolge sind durch kleine Belohnungen zu feiern, denn dies bedeutet einen enormen Motivationsschub. Derartige Belohnungen machen es leichter, von Etappe zu Etappe zu gelangen, ohne das Ziel aus den Augen zu verlieren.
  • Lassen Sie sich nicht von Rückschlägen entmutigen!
    Gehen Sie großzügig mit Misserfolgen um, denn auch diese kommen immer wieder vor. Es ist sinnvoll nach den Ursachen für einen Misserfolg zu suchen, denn aus jeder Situation kann man lernen. Dabei sollte man aber schonend zu sich selbst beziehungsweise zu seinen Kolleginnen und Kollegen sein, damit der Prozess nicht abreißt.
  • Bleiben Sie motiviert!
    Die Forschung hat zwei motivationale Kernkompetenzen beobachtet, die Gesundheitsförderung gelingen lassen: „Dabei zu bleiben, das eigene Ziel zu verfolgen, sich dabei auch gegen Hindernisse und Widerstände durchzusetzen. Aber sich auch davon zu lösen, wenn ein Ziel unrealistisch erscheint, wenn es sogar die Gesundheit gefährdet“, so Julia Schüler, Oberassistentin am Lehrstuhl Motivationspsychologie der Universität Zürich.
  • Wiederholen Sie neue Handlungsweisen!
    Von Bedeutung für erfolgreiche Gesundheitsförderung ist schließlich die Aufrechterhaltung neuer Handlungsweisen. Dazu bedarf es einer wiederholt positiven Nutzendarstellung einer Maßnahme, zum Beispiel durch entsprechende gegenseitige Erinnerungen. Dies hilft neue Verhaltensweisen zu wiederholen und fortzuführen. So entwickeln sich zudem positive Gefühle im Prozess der Gesundheitsförderung. Begünstigend für eine Aufrechterhaltung ist darüber hinaus die Schaffung von Organisationsstrukturen, die derartige Handlungen begünstigen. Zudem sollten möglichst regelmäßig weitere Einzel- und Gruppenmaßnahmen zur Gesundheitsförderung angeboten beziehungs- weise geplant werden.