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Mädchen trinkt
Sucht und Auswirkungen auf das soziale Leben – legale Drogen
Dass Suchtverhalten erhebliche Konsequenzen für die Gesundheit mit sich bringt, ist bekannt. Wie weitreichend Auswirkungen insbesondere auf das Sozialleben der Betroffenen sein können, wird jedoch nur selten genauer in Betracht gezogen.

Alkohol

Nikotin

Schmerzmittel: Opiate und Opioide

Beruhigungs- und Schlafmittel: Benzodiazepine

Schnüffelstoffe

Das Risiko einer Abhängigkeit von legalen Drogen wie Alkohol, Zigaretten, Medikamenten und Schnüffelstoffen sowie die daraus resultierenden gesundheitlichen Folgen sind vielen Menschen bekannt. Darüber hinaus gibt es jedoch einen weiteren wichtigen Gesichtspunkt, der – insbesondere im Hinblick auf eine länger andauernde Sucht – unbedingt berücksichtigt werden sollte: die mitunter gravierenden Konsequenzen von Drogenkonsum und Abhängigkeit für das soziale Leben der Betroffenen. Vereinsamung und Isolation sind oftmals Folgen der Abhängigkeit und verstärken diese gleichzeitig – es entsteht ein wahrer Teufelskreis.

Im Folgenden finden Sie einen Überblick zu Abhängigkeitsmerkmalen und Auswirkungen des Suchtmittelkonsums auf das soziale Leben der Betroffenen.

Alkohol

Übermäßiger Alkoholkonsum kann schnell zu einer psychischen und körperlichen Abhängigkeit führen. Alkoholabhängige Menschen verspüren einen starken Wunsch oder Zwang, die entsprechenden Getränke zu konsumieren. Sie können dabei den Beginn, die Beendigung sowie die Menge des Konsums nicht in ausreichendem Maße kontrollieren. Es tritt schließlich ein körperliches Entzugssyndrom ein. Im Verlauf der Abhängigkeit sind immer höhere Dosen an Alkohol erforderlich, um die Wirkungen hervorzurufen, die zu Beginn durch wesentlich niedrigere Mengen erzielt wurden. Obwohl schädliche körperliche, soziale und psychische Folgen des Alkoholkonsums eindeutig nachgewiesen werden können, setzen alkoholabhängige Menschen den Konsum weiter fort.
Zugunsten der Sucht vernachlässigen die Abhängigen andere Vergnügungen oder Interessen in zunehmendem Maße. Es kommt schließlich zu sozialen Konflikten: Ehen oder Beziehungen zerbrechen, die Betroffenen verlieren ihren Arbeitsplatz. Die Kinder der Abhängigen leiden zumeist besonders – und langfristig – unter der Alkoholsucht ihrer Eltern. Die Krankheitsanfälligkeit der abhängigen Personen nimmt zu, vielfach kommt es zu alkoholbedingten Unfällen. In einigen Fällen müssen die Betroffenen schließlich langfristig in ein Krankenhaus.

Nikotin

Nikotin entfaltet bereits wenige Sekunden nach der Inhalation angenehme psychotrope (auf die Seele wirkende) Effekte. Diese werden durch klassische Konditionierungsprozesse im Verlauf des Konsums mit bestimmten Situationen, Tätigkeiten oder Schlüsselreizen verbunden (beispielsweise „Rauchen in geselliger Runde“). Da im Laufe der Zeit immer mehr Nikotin benötigt wird, klingen die positiven Effekte bei starken Rauchern schon innerhalb von 20 bis 30 Minuten wieder ab. Die Konsumenten werden sowohl psychisch als auch körperlich abhängig. Die Gewöhnung an die Substanz verursacht Entzugserscheinungen wie eine verminderte Frustrationstoleranz, Ärger, Aggressivität und Angst. Die Betroffenen leiden unter einer depressiven Stimmung, haben Konzentrations- und Schlafstörungen, sind unruhig und haben einen vermehrten Appetit.
Immer noch ist Rauchen weitgehend gesellschaftlich anerkannt und wird in der Werbung häufig mit „Freiheit“, „Weltoffenheit“ und ähnlichen Attributen verbunden. Tatsächlich jedoch beeinträchtigt Rauchen die körperliche Leistung der Konsumenten und kann im Extremfall – beispielsweise bei einer Amputation nach schweren Durchblutungsstörungen – sogar zu einer körperlichen Invalidität führen. Eine Teilnahme der Betroffenen am sozialen Leben wird hierdurch stark beeinträchtigt. Vorstellbar ist zudem, dass einige Nichtraucher sich situationsabhängig temporär von Rauchern abwenden.

Schmerzmittel: Opiate und Opioide

Bei opioiden Schmerzmitteln besteht ein Unterschied zwischen denjenigen Substanzen, die dem Betäubungsmittelgesetz (BtMG) unterliegen, und denen, die nicht unter das BtMG fallen. Da laut Deutscher Hauptstelle für Suchtfragen e.V. (DHS) eine „akute wie auch chronische Schmerzbehandlung mit Opiaten oder Opioiden unter kontrollierten therapeutischen Bedingungen […] in der Regel nicht zu einer Suchtentwicklung“ führt, werden die Substanzen an dieser Stelle den legalen Drogen zugeordnet.
Trotzdem besteht ein deutliches Missbrauchs- und Abhängigkeitspotenzial: So steigt der Bedarf an einer erhöhten Menge bei einer Abhängigkeit von Schmerzmitteln rasch an. Die Betroffenen gewöhnen sich rasch an den Konsum der entsprechenden Präparate und werden sowohl stark psychisch als auch körperlich abhängig. Es stellen sich schnell Entzugssymptome wie Schwitzen, Frieren, Zittern, aber auch Durchfall, Übelkeit, Erbrechen, Fieber und Schlaflosigkeit bei ihnen ein. Die euphorischen Zustände, die von den Betroffenen als angenehm empfunden werden, treten in den Hintergrund, je mehr die Abhängigen sich an die Medikamente gewöhnen. Es kommt schließlich nur noch zu Trübungen des Bewusstseins.
Weil ein dauerhaft missbräuchlicher Konsum von Schmerzmitteln im Gegensatz zu einer kontrollierten therapeutischen Verabreichung illegal ist, drehen sich Gedanken und Handlungen der Betroffenen im Verlauf der Abhängigkeit immer mehr um die Beschaffung und die Finanzierung der (sehr teuren) Substanzen – insbesondere im Hinblick auf die sich rasch steigernde Dosis. Häufige Folgen sind Beschaffungskriminalität, Prostitution, zunehmende soziale Verelendung und Isolation.

Beruhigungs- und Schlafmittel: Benzodiazepine

Sämtliche Benzodiazepine unterliegen dem Betäubungsmittelgesetz (BtMG). Es sind jedoch Höchstmengen pro abgeteilter Form (beispielsweise Tablette oder Ampulle) zugelassen, bis zu denen die Betäubungsmittel-Verschreibungsverordnung nicht gilt, und die Substanzen somit nur noch verschreibungspflichtig sind. Aus diesem Grund werden die Substanzen an dieser Stelle den legalen Drogen zugeordnet.
Benzodiazepine haben jedoch ein hohes körperliches sowie psychisches Abhängigkeitspotenzial. Eine Abhängigkeit von den entsprechenden Substanzen kann sich dabei sowohl in einem therapeutischen Rahmen als auch bei einer nicht ordnungsgemäßen Anwendung entwickeln. Der Missbrauch und die Abhängigkeit von Benzodiazepinen stehen in Deutschland an der Spitze des schädlichen Arzneimittelgebrauchs: Die Zahlen belaufen sich diesbezüglich laut einer noch unveröffentlichten Studie des Hamburger Instituts für interdisziplinäre Sucht- und Drogenforschung auf 1,5 Millionen Patienten. Bei einem Absetzen von Benzodiazepinsubstanzen stellen sich – je nach Alter des Konsumenten, Dosis und Einnahmedauer – starke Entzugssymptome ein. Diese können ein bis vier Wochen anhalten und bei einem schlagartigen Absetzen sehr dramatisch sein: Schwäche, Schwindel, Zittern, Schlafstörungen und Unruhe verbinden sich mit einer erhöhten Angstbereitschaft und Panikattacken. Entfremdungserlebnisse, Suizidimpulse sowie Wahrnehmungsstörungen in unterschiedlichen Sinnesbereichen sind weitere Entzugssymptome, die in einem klassischen Entzugsdelirium oder einer Entzugspsychose mit Krampfanfällen gipfeln können.
Findet der Konsum von Benzodiazepinen auf einem niedrigen Niveau statt, werden körperliche, psychische und soziale Auswirkungen als vergleichsweise gering eingeschätzt. Trotz niedriger Dosen führt ein langjähriger und regelmäßiger Konsum jedoch zu gesundheitlichen Schäden.
Bei einer Abhängigkeit von hohen Dosen sind die Folgen gravierend: Die Betroffenen leiden vor allen Dingen unter einer verminderten Leistungsfähigkeit und den jeweiligen individuellen sozialen Folgen. Hierzu gehören eine Einschränkung des sozialen Interessenkreises, eine Abnahme der sexuellen Bedürfnisse sowie Beziehungsprobleme, die bis zum Verlust der Partnerschaft führen können. Beim Absetzen der entsprechenden Präparate stellen sich quälende Entzugserscheinungen ein. Durch die Fälschung von Rezepten kommt es besonders bei Konsumenten, die von mehreren Substanzen abhängig sind, zu Delikten der Beschaffungskriminalität. Weiterhin spielen im Verlauf der Abhängigkeit insbesondere bei dieser Personengruppe vermehrte Verkehrsdelikte eine Rolle.

Schnüffelstoffe

Schnüffelstoffe wie beispielsweise Lösungsmittel und Treibgase erzeugen auf lange Sicht hauptsächlich eine psychische Abhängigkeit bei den Konsumenten. Im Verlauf der Abhängigkeit werden immer höhere Dosen der inhalierten Substanzen benötigt, um die gewünschten „Effekte“ zu erzielen.
Laut der Schweizerischen Fachstelle für Alkohol- und andere Drogenprobleme häufen sich die wissenschaftlichen Hinweise darauf, dass Schnüffeln im jugendlichen Alter mit psychischen Problemen wie Depressivität und Selbstmordgedanken einhergeht. In der US-amerkanischen Forschung werden Schul- und Familienprobleme, Gewalt und Delinquenz (abweichendes, zum Teil strafbares Verhalten) bei Jugendlichen mit Schnüffeln in Verbindung gebracht.
Wie bei allen psychischen Abhängigkeiten richten sich die Alltagsaktivitäten und der Lebensstil der Betroffenen auf den Suchtmittelkonsum aus. Die Abhängigen vernachlässigen soziale, familiäre und berufliche Interessen und verstoßen schließlich gegen gesellschaftliche Normen.

Weitere Informationen zu legalen Suchtstoffen finden Sie hier.

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