Rassismus beginnt mit Verachtung
"Sieh dir in der Schule alle deine Mitschüler an, und du wirst merken, dass sie alle verschieden sind und dass diese Vielfalt etwas Schönes ist. Sie ist eine Chance für die Menschheit. Diese Schüler kommen aus unterschiedlichen Welten, sie können dir Dinge geben, die du nicht hast, so wie du ihnen auch etwas geben kannst, das sie nicht kennen. Auf diese Weise ergänzen und bereichern wir uns gegenseitig.
Jedes Menschengesicht ist ein Wunder. Es ist einzigartig. Du wirst niemals zwei genau gleiche Gesichter sehen. Was bedeutet schon Schönheit oder Hässlichkeit? Das sind relative Begriffe. Jedes Gesicht ist ein Symbol für das Leben. Jedes Leben verdient Achtung. Niemand hat das Recht, einen anderen Menschen zu demütigen. Jeder hat einen Anspruch auf Menschenwürde. Wer andere Menschen achtet würdigt dadurch das Leben in seiner ganzen Schönheit, in seinem Zauber, seiner Verschiedenheit und seiner Unerwartetheit. Und wer andere würdig behandelt, zeigt damit auch Achtung vor sich selbst."
Tahar Ben Jelloun: Papa, was ist ein Fremder?, Berlin 1999
Ein Rassist glaubt, dass die Gruppe von Menschen, denen er sich aufgrund
· seiner Haut- oder Haarfarbe,
· seiner Nationalität,
· seiner Religion
· oder seiner Sprache
zugehörig fühlt, anderen Menschen in irgendeiner Form überlegen ist.
Um dieser Überlegenheit Ausdruck zu geben, wertet er Menschen ab, die einem anderen Kulturkreis angehören oder entstammen. Dies tut er, indem er sie verachtet, sie beschimpft, jagt, verprügelt oder gar ermordet.
Rassismus beginnt also mit Verachtung gegenüber Fremdem und kann mit Genozid (also Völkermord) enden. Die Anfänge rassistischer Einstellungen und Verhaltensweisen können subtiler Natur sein und fallen aus diesem Grunde kaum auf oder werden geduldet. Diskriminierende und entwürdigende "Witze" über Minderheiten fallen in diese Kategorie.
Eine rassistische Einstellung hat derjenige, der glaubt, dass Menschen anderer Herkunft, anderer Kulturkreise weniger wert sind als er. Als Gründe dafür dienen meist Vorurteile und Klischeevorstellungen. Rassistisches Verhalten bezeichnet die Unterdrückung, Ausgrenzung und Aggression gegenüber Menschen, die aus irgendeinem Grund einer bestimmten Gruppe zugeordnet werden.
Lebenskompetenzförderung als Rassismusprävention
Menschen, die gelernt haben, sich selbst zu akzeptieren, betrachten ihre Gemeinschaft aus einem starken Selbstvertrauen heraus. Sie sind in der Lage, sich mit Neuem auseinander zu setzen.
Die Entwicklung eines gesunden Selbstbewusstseins, die Akzeptanz der Gruppe und die Fähigkeit, Entscheidungen zu treffen und sich abgrenzen zu können sind daher elementare Bestandteile von ganzheitlichen Präventionsprogrammen gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit.