Prävention
 
Rauchen: Ein bekanntes Risiko
Rauchen macht abhängig und gefährdet die Gesundheit. Viele wissen das, aber abschrecken tut dies nicht alle. Bereits junge Menschen konsumieren Zigaretten. Dabei wird auf den Packungen vor den gesundheitlichen Risiken gewarnt. Was macht den blauen Dunst so attraktiv? 

Es hat sich einiges geändert

Passivrauchen

Gefühle und Umwelt

Lehrer müssen informieren

In Deutschland wird die erste Zigarette durchschnittlich im Alter von 13,5 Jahren geraucht. Die Zahl der Mädchen und Jungen die regelmäßig zur Zigarette greifen ist in den letzten Jahren gesunken. So rauchten im Jahr 2005 etwa 20 Prozent der Jugendlichen im Alter von 12 bis 17 Jahren. Im Jahr 2000 waren es noch 28 Prozent, so die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA). Sind die ersten 16 bis 17 Lebensjahre rauchfrei überstanden, ist die Chance groß, dass die Mädchen und Jungen auch weiterhin rauchfrei bleiben.

Es hat sich einiges geändert

In den letzten Jahren hat sich für Raucher einiges geändert. So wurden in Deutschland 2004 beispielsweise die Kleinpackungen, Packungen mit nur zehn Zigaretten, verboten. Gesetzlich sind nun mindestens 17 Zigaretten vorgeschrieben, denn kleine Packungen sind günstiger und verführen Jugendliche somit schneller zum Rauchen. Seit Januar 2004 gibt es ebenfalls Warnhinweise und ergänzende Warnhinweise auf der breiten Seite der Zigarettenpackung. Die Warnhinweise müssen lauten: "Rauchen ist tödlich", "Rauchen kann tödlich sein" oder "Rauchen fügt Ihnen und den Menschen in Ihrer Umgebung erheblichen Schaden zu". Erweiterte Hinweise für die Rückseite können sein: "Rauchen kann zu Durchblutungsstörungen führen und verursacht Impotenz.", "Rauchen lässt Ihre Haut altern.", "Rauchen kann die Spermatozoen schädigen und schränkt die Fruchtbarkeit ein.", "Rauchen in der Schwangerschaft schadet Ihrem Kind." oder "Schützen Sie Kinder - lassen Sie sie nicht Ihren Tabakrauch einatmen!"

Auf den Zigarettenpackungen müssen ebenfalls die Mengen der Rauchinhaltsstoffe stehen. Der Teer- und Kohlenmonoxidgehalt darf nicht mehr als zehn Milligramm und der Nikotingehalt nicht ein Milligramm je Zigarette enthalten. Auch dürfen die Zigarettenmarken nicht mehr mit dem Zusatz "leicht" oder "light" benannt werden. Denn diese Namen sind irreführend und lassen die Vermutung offen, sie seien weniger gesundheitsschädigend.

Grundsätzlich ist rauchen für Mädchen und Jungen unter 16 Jahren verboten. Beim Kauf von Zigaretten in Supermärkten, Tankstellen oder am Kiosk müssen Jugendliche damit rechnen, dass sie nach ihrem Ausweis gefragt werden. Ab Januar 2007 erhalten Raucher Zigaretten am Automaten nur noch mit ihrer Bankkarte auf dem das Alter vermerkt ist. Jüngeren Jugendlichen wird der Kauf von Zigaretten somit erschwert.

Passivrauchen

Es raucht zwar "nur noch" jeder fünfte Jugendliche, Raucher gefährden aber nicht nur ihre eigene Gesundheit, sondern schädigen auch diejenigen, die "nur" daneben stehen. Denn beim Rauchen in Cliquen oder in den verbotenen Raucherecken auf und um den Schulhof, sind auch immer Schülerinnen und Schüler dabei, die selbst nicht rauchen. Dabei ist Passivrauch ebenso gesundheitsschädigend wie direktes Rauchen. Raucher atmen den Hauptstromrauch über den Filter der Zigarette ein, dabei werden die gesundheitsschädigenden Stoffe abgeschwächt. In dem Nebenstromrauch, das ist der Rauch, den Nichtraucher aber auch Raucher in der verqualmten Luft einatmen, sind ebenfalls gesundheitsschädigende Stoffe enthalten. Sie werden direkt und nicht über den "schützenden" Zigarettenfilter eingeatmet. In Deutschland sterben an den Folgen des Passivrauchens jährlich mindestes 3.300 Menschen die in einem Haushalt leben, in dem mindestens eine Person raucht, so ein Bericht der Apotheken Umschau. Die Hälfte aller Kinder unter sechs Jahren und zwei Drittel aller Sechs- bis Dreizehnjährigen leben in Haushalten mit mindestens einem Raucher. Es wird vermutet, dass in Deutschland über acht Millionen Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren mit mindestens einem Raucher zusammenleben. Kinder und Jugendliche sind somit besonders vom Passivrauch betroffen, da sie selbst sich oftmals nur schwer gegen den Rauch in ihrem zu Hause wehren können.
Dass Rauchen die Gesundheit gefährdet ist den meisten Rauchern durchaus bewusst. Dass die Umherstehenden von dem Zigarettenrauch aber ebenso belastet sind, wie die Raucher selbst auch, wissen nicht alle. Deshalb sollten Lehrerinnen und Lehrer auch dies im Unterricht thematisieren. 

Gefühle und Umwelt 

Mit dem Rauchen beginnen die meisten Jugendlichen im Alter von 13 Jahren. In dieser Zeit befinden sich die Mädchen und Jungen im Umbruch. Sie sind nicht mehr Kind aber auch noch nicht erwachsen. Die Beziehung zu den Eltern ist nicht selten von Spannungen geprägt. Neue Freundeskreise bilden sich. Jugendliche kämpfen in diesem Alter besonders um Anerkennung. Dabei wird das Rauchverhalten von Mädchen und Jungen sowohl von den Freunden und Mitschülern beeinflusst als auch von der Familie und der Werbung. Raucht ein Großteil des Freundeskreises, rauchen meist auch die Jugendlichen. Wird hingegen das Rauchverbot an Schulen strikt durchgesetzt, greifen meist auch die Schülerinnen und Schüler seltener zur Zigarette. Dabei sind sowohl die Mütter und Väter als auch die Lehrerinnen und Lehrer Vorbilder für die Mädchen und Jungen. Zudem können sich Kinder und Jugendliche, in deren Haushalt geraucht wird, selten gegen den Passivrauch wehren. Lehrerinnen und Lehrer sollten deshalb an Elternabenden nicht nur die Problematik des Rauchens der Schüler ansprechen, sondern auch die Gefahren des Passivrauchens. Nicht zu vergessen ist der Einfluss von Werbung. Zwar ist Zigarettenwerbung im Fernsehen inzwischen verboten, aber nicht auf Plakaten und in Zeitschriften. Dort werden selbstbewusste, moderne, extravagante, abenteuerlustige und junge Menschen gezeigt, so dass der Konsum von Zigaretten in der Werbung weiterhin mit einem positiven Lebensstil gleichgesetzt wird.

Lehrer müssen informieren

Mädchen und Jungen verbringen einen Großteil des Tages in der Schule, deshalb sind Lehrerinnen und Lehrer neben den Müttern und Vätern wichtige Bezugspersonen. Lehrer sollten deshalb versuchen mit den Mädchen und Jungen in Kontakt zu bleiben und sie über die gesundheitlichen Risiken des Rauchens aufzuklären. Bei der Aufklärung ist der Aspekt des Passivrauchens von großer Bedeutung. Verdeutlichen Sie den Schülerinnen und Schülern, dass sie auch wenn sie selbst nicht rauchen sondern "nur" dabei sind, ihre Gesundheit gefährden.
Elternabende bieten sich zudem an, um mit den Eltern über ihre Vorbildfunktion zu sprechen. Denn Mütter und Väter sind Vorbild für Rauchverhalten, für die Bewältigung von Stress und für eine gesunde Lebensweise.

Mehr zum Thema "Rauchen" finden Sie hier.