Interkulturelle Kompetenz
Interkulturelle Kompetenz ist ein Begriff, der uns gerade in den letzten Jahren und im Hinblick auf das globale Zusammenleben mehr und mehr begegnet. Doch welche Bedeutung steckt eigentlich hinter dem Begriff „Interkulturelle Kompetenz“?
Versuch einer Definition
Eine einheitliche Definition scheint es für den Begriff „Interkulturelle Kompetenz“ nicht zu geben.
Interkulturelle Kompetenz beschreibt die Fähigkeit, mit Menschen anderer Kulturkreise erfolgreich zu kommunizieren. Diese Fähigkeit kann schon im frühesten Kindesalter durch den Umgang mit Menschen anderer Kulturkreise gefördert werden. Die Basis bilden dabei emotionale Kompetenz und interkulturelle Sensibilität. Dies setzt die Fähigkeit Emotionen zu begreifen, bei anderen Menschen deuten zu können und Gespür für Gestik, Mimik und Verhalten Menschen fremder Kulturen voraus.
Vorurteile gegenüber fremden Kulturen, Minderheitsgruppen (Subkulturen) oder auch dem anderen Geschlecht können durch das Erweitern der eigenen Interkulturellen Kompetenz abgebaut werden.
Warum ist Interkulturelle Kompetenz wichtig?
Interkulturelle Kompetenz setzt eine Vielzahl von weiteren Kompetenzen voraus:
- Einfühlungsvermögen und Empathie
- Erkennen und Hineinversetzen in die Situationen anderer
- das Erkennen der Bedürfnisse und Gefühle anderer
- Selbstsicherheit und Selbstbewusstsein
- Reflexion des eigenen Verhaltens
- Emotionale Stabilität
- Offenheit und Toleranz
All die genannten Fähigkeiten sind für die Schaffung einer eigenen Identität, eines stabilen sozialen Umfelds wichtig und zudem in den meisten Berufsfeldern als Schlüsselkompetenzen für Teamarbeit gefragt.
In einer globalen Welt und im Austausch mit anderen Kulturen sind die genannten Kompetenzen ebenfalls nicht wegzudenken.
Der Sensibilität für das Verhalten, Gestik und Mimik Menschen fremder Kulturen kommt dabei eine zentrale Rolle zu: Das Lachen zum Beispiel wird in den meisten Ländern mit Freude und Zufriedenheit assoziiert. In Japan allerdings ist das Lachen eher als ein Zeichen der Unsicherheit und Unbehaglichkeit zu deuten. Dies ist nur eines von vielen Beispielen, wie Verhalten, Gestik und Mimik verschieden interpretiert werden können, eben von Kultur zu Kultur unterschiedlich.
Innerhalb von Unternehmen, Familien und Vereinen eines Landes können ebenfalls unterschiedliche kulturelle Werte gelten. Man spricht zum Beispiel von einer eigenen Unternehmenskultur innerhalb eines Betriebes, die sich darin zeigen kann, wie man sich begrüßt, wie man sich kleidet oder auch wie sich der Umgang miteinander gestaltet. Auch bei den Fans verschiedener Fußballvereine sind unterschiedliche Kleidungsstile und verschiedene Verhaltensweisen zu beobachten.
Interkulturelle Kompetenz zeigt sich also nicht nur im Umgang mit Menschen, die aus anderen Ländern stammen, sondern auch im Zusammenwirken mit Menschen verschiedener Kulturen im Allgemeinen.
Förderung von Interkultureller Kompetenz
Interkulturelle Kompetenz kann durch das Informieren, Diskutieren und Transportieren über und von fremden Kulturen, ihren Werten und ihrer Geschichte gefördert werden. Im Unterricht bieten sich hierzu besonders Planspiele an, die Schüler dazu motivieren sollen, sich mit fremden Kulturen zu beschäftigen. Diese Planspiele oder auch Projektideen könnten beispielsweise in den Fremdsprachen-, Geschichts- oder Politikunterricht eingegliedert werden und so nachhaltig die Interkulturelle Kompetenz, den Zusammenhalt innerhalb der Klasse und das Verständnis füreinander fördern.
Entsprechendes Unterrichtsmaterial finden Sie hier: