Sign im Unterricht
 
„Modedrogen“ als Thema im Unterricht
Immer wieder kommen neue Suchtmittel auf den Markt. Derzeit angesagt: die Partydroge „Spice“. Zwar wurde die Kräutermischung offiziell verboten, doch vielen Jugendlichen fällt das Neinsagen schwer. Anregungen zur Thematisierung dieser Problematik finden Sie hier.

Lange galt Sie als legaler Cannabisersatz: die Mode- und Partydroge „Spice“. Bei Jugendlichen war sie sogar so gefragt, dass Internetanbieter Lieferschwierigkeiten bekamen. Seit dem 22. Januar 2009 ist Spice jedoch offiziell verboten. Der Grund dafür: Wissenschaftler des Instituts für Rechtsmedizin des Universitätsklinikums Freiburg und des Bundeskriminalamtes konnten nachweisen, dass der vermeintlich harmlosen Kräutermischung gezielt berauschende Stoffe zugesetzt wurden. Der Hauptwirkstoff von Spice ist eine chemisch leicht veränderte Form des synthetischen Cannabinoids „CP-47,497“. Diese Substanz wirkt ähnlich, jedoch noch wesentlich stärker, als der in der Cannabispflanze enthaltene Wirkstoff THC. Gefährlich ist außerdem, dass die Konzentration des Wirkstoffes von Produkt zu Produkt völlig unterschiedlich ist. Jeder Konsum von Spice ist also höchst riskant. Nebenwirkungen sind unter anderem Herzrasen, Halluzinationen und extreme Müdigkeit.

Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Sabine Bätzing, hofft, dass der Spice-Konsum durch das Verbot erheblich zurückgehen wird. Gerade im Jugendalter ist es jedoch manchmal schwer, Versuchungen zu widerstehen. Zu groß ist der Druck durch Gleichaltrige oder der Reiz, etwas Verbotenes auszuprobieren. Umso wichtiger ist es, Jugendliche über die Gefahren und Risiken von Suchtmitteln aufzuklären und mit ihnen gemeinsam Handlungsalternativen zu entwickeln. Dazu bieten sich unter anderem folgende Sign-Unterrichtsmaterialien an:

Körperbilder
In dieser Methode erarbeiten die Mädchen und Jungen, welche Ursachen zur Entstehung einer Sucht führen können. Gemeinsam sollen sie darüber nachdenken, welche äußeren Faktoren (zum Beispiel Gruppendruck) und welche inneren Faktoren (zum Beispiel Liebeskummer) eine Sucht auslösen können. Dazu wird ein großer Körperumriss auf die Tafel oder ein Stück Packpapier gezeichnet. Die Gründe, die von außen auf die Menschen wirken, werden außerhalb der Figur notiert. Die Gefühle, die Menschen zu süchtigem Verhalten veranlassen können, werden in die Figur geschrieben. Eine ausführliche Beschreibung der Methode finden Sie hier.

Der Neinsager und seine Verführer
Diese Methode setzt sich spielerisch mit dem Thema Gruppendruck auseinander. In Rollenspielen erfahren die Jugendlichen, wie es sich anfühlt, von anderen unter Druck gesetzt zu werden. Gemeinsam wird über die „Überredungs-Strategien“ diskutiert. Abschließend können „coole Sprüche“ zum Neinsagen erarbeitet werden. Mehr dazu erfahren Sie hier.

Meine Kuscheldecke
Sucht hat immer etwas mit Gefühlen zu tun. Wenn man traurig, wütend, gestresst, ängstlich, verzweifelt, überfordert oder einsam ist, ist man besonders gefährdet, zu einem Suchtmittel zu greifen. Dieses Material sensibilisiert die Schülerinnen und Schüler dafür, was ihnen in bestimmten Situationen gut tut und stärkt damit ihre persönlichen Ressourcen. Eine ausführliche Beschreibung des Materials finden Sie hier.

Sign-Notfallkoffer
Manchmal ist es schwer, sich etwas Gutes zu tun. Gerade wenn man schlecht drauf ist, fallen einem häufig keine Dinge ein, durch die man sich besser fühlen würde. Der Sign-Notfallkoffer kann in so einer Situation helfen. Jede Schülerin und jeder Schüler soll auf einer vorgefertigten Kopiervorlage für sich notieren, was ihr oder ihm helfen würde. Das kann die Lieblingsmusik sein, ein Foto vom Haustier oder auch die Telefonnummer der besten Freundin. Mehr dazu erfahren Sie hier.

Weitere Sign-Unterrichtsmaterialien zum Thema Sucht finden Sie hier.

Mehr über die Modedroge „Spice“ erfahren Sie hier.