Problemerkennung
Wenn das Kollegium einer Schule sich auf den Weg machen möchte, die Gesundheitsressourcen der Lehrerinnen und Lehrer zu stärken, stehen am Anfang die Befragung des gesamten Kollegiums und eine Diskussion bezüglich des tatsächlichen Wunsches nach Gesundheitsförderung. Ist dieser vorhanden, bedarf es eines expliziten Auftrages in Form eines entsprechenden Beschlusses. So wird die Ernsthaftigkeit des Vorhabens untermauert. Auch die Schulleitung muss ein solches Vorhaben wirklich wollen und unterstützen, wenn es erfolgreich verlaufen soll.
Organisationsdiagnose
Hat das Kollegium den Wunsch zur eigenen Gesundheitsförderung geäußert und einen entsprechenden Auftrag erteilt, erfolgt die so genannte „Organisationsdiagnose“. Damit ist die Diagnose des Ist-Zustandes einer Organisation, hier einer Schule, zum Zweck der Organisationsentwicklung gemeint. Die Diagnose ist das systematische Sammeln von Daten zur Interventionsplanung und –durchführung. Konkret soll hier im Kollegium ein Fragebogen zum Einsatz kommen, der mögliche Belastungs- und potentielle Entlastungsfaktoren ermittelt. Ein möglicher Fragebogen ist beispielsweise der von der agentur prevent entwickelte „Kurzfragebogen zur Gesundheit von Lehrerinnen und Lehrern an Schulen in Niedersachsen“.
Interventionsplanung und -durchführung
In der Phase der Interventionsplanung bestimmen die Lehrkräfte zunächst aufgrund der Ergebnisse des eingesetzten Fragebogens die Bereiche, die sie zu thematisieren und zu optimieren wünschen. Dazu erstellen sie eine Liste der stärksten Belastungsfaktoren und eine Prioritätenliste der am dringlichsten gewünschten Entlastungsmaßnahmen.
Es folgt die Bildung von Projektgruppen zu unterschiedlichen Themenbereichen, die entsprechende Maßnahmen planen und durchführen. Von großer Bedeutung sind hierbei realistische, kleinschrittige Zielsetzungen. Diese sind Voraussetzung für kleine Erfolgserlebnisse, die dann entsprechend gewürdigt werden sollten und die als Motivationserhalt für die Kontinuität des Projektes dienen.
Die Projektgruppen sollten möglichst kontinuierlich durch einen geschulten externen Moderator begleitet werden. Diese Form der Projektausrichtung und –begleitung wird als „Gesundheitszirkel“ bezeichnet. Sie kommt dem häufig geäußerten Wunsch von Lehrerkollegien nach mehr Betreuung und Unterstützung im Kontext der eigenen Gesundheitsförderung nach.
Konkrete Maßnahmen wären beispielsweise ein Ruheraum für Lehrerinnen und Lehrer, ein Stimm- und Sprechtraining, Maßnahmen zum Zeitmanagement, verbesserte Kooperationsstrukturen im Kollegium oder ein Stressmanagement-Workshop.
Evaluation
Die Evaluation meint die Erfolgskontrolle des Projektes zur Gesundheitsförderung für Lehrerinnen und Lehrer, die Bewertung seiner Effektivität und Effizienz. An dieser Stelle wird die Frage gestellt, was erreicht wurde, ob es Fortschritte gab und ob die richtigen Maßnahmen gewählt wurden. Außerdem wird über die Beendigung oder Fortführung des Vorhabens entschieden.
Mehr über den „Kurzfragebogen zur Gesundheit von Lehrerinnen und Lehrern an Schulen in Niedersachsen“ erfahren Sie
hier.
Mehr über Zeitmanagement oder einen Ruheraum für Lehrerinnen und Lehrer als Beispiele für konkrete Maßnahmen erfahren Sie hier: