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Pausen und Rückzugsmöglichkeiten für Lehrerinnen und Lehrer
Pausen während der Arbeit sind wichtig, um kurz regenerieren zu können. Lehrerinnen und Lehrer berichten häufig über fehlende Pausen und Rückzugsmöglichkeiten. Dies wird als Belastung empfunden. Wie ist dieser Umstand zu bewerten? Was gibt es für Lösungsansätze?

Obwohl es im Schulalltag regelmäßig Pausen gibt, nehmen Lehrkräfte diese oft nicht als Pausen wahr. Häufig hindern Lehrerinnen und Lehrer die Umstände des Alltags daran, tatsächlich Pausen machen zu können: So sind beispielsweise Eltern- oder Schülergespräche zu führen oder Kopien zu tätigen. Mangelnde Rückzugsmöglichkeiten sind ein weiterer Belastungsfaktor. Das Lehrerzimmer ist zwar in der Regel der gemeinsame Versammlungsort von Lehrerinnen und Lehrern, wirkliche Ruhe zur eigenen Rekreation herrscht hier aber eher selten.

Dabei sind wirkliche Pausen für jeden Berufstätigen von großer Bedeutung. So betonte zuletzt im Jahr 2008 die „Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin“ (BAuA), dass die Folgen mangelnder Pausen unter anderem sinkende Konzentration und eine steigende Fehlerzahl sind. Ziele guter Pausengestaltung seien die Abpufferung auftretender Ermüdung sowie der Erhalt der Leistungsfähigkeit und Aufmerksamkeit. Eine ungenügende Rhythmisierung zwischen Anspannung und Ruhe verhindern den Stressabbau und Erholung. Hält dieser Zustand über einen längeren Zeitraum an, besteht die Gefahr von psychosomatischen Störungen.

Rückzugsmöglichkeiten schaffen

Pausen und Rückzugsmöglichkeiten für Lehrerinnen und Lehrer benötigen ein Umdenken. In der Literatur und in praktischen, erfolgreichen Modellprojekten wird zunächst auf eine alternative Gestaltung des Lehrerzimmers und der Pausen für Lehrkräfte hingewiesen:

  • Beispielsweise könnten eine Lese- und Entspannungsecke im Lehrerzimmer eingerichtet oder unterschiedliche Gesprächstische (einige für schulische, einige für private Themen) geschaffen werden; manche Lehrkräfte erleben es als entlastend schulisch Erlebtes in der Pause mit Kollegen auszutauschen, für andere bedeutet ein Gespräch über nicht schulische Themen schon eine kleine Entspannung.
  • Lehrerkollegien werden dazu ermuntert gemeinsam zu überlegen, wie Pausen für sie ohne Schüler- oder Elterngespräche, Kopierarbeiten und sonstigen Tätigkeiten organisiert werden können. Eine klare und strikt einzuhaltende Regelung kann hier hilfreich sein.
  • Äußerst positiv wird auch die Realisierung einer „stillen Pause“ empfunden. Dabei wird eine ganze Pause lang geschwiegen! Wieso nicht einmal in der Woche ein solches Unterfangen testen, um es auf Akzeptanz und Realisierung hin zu überprüfen?

Eine ganz konkrete Rückzugsmöglichkeit für Lehrerinnen und Lehrer könnte ein Ruheraum sein. „Räume der Stille“ sind nicht nur Bestandteil aller Weltreligionen, sie gewinnen auch für Menschen ohne religiöse Bindung zunehmend an Bedeutung. Sie finden sich in öffentlichen Gebäuden, wie zum Beispiel im Brandenburger Tor in Berlin oder mitten in der Fußgängerzone von Leipzig, in der dortigen Sternpassage. Hochschulen, wie die Universität München oder die Universität Oldenburg verfügen mittlerweile ebenfalls über einen Ruheraum.

Auch in Schulen findet die Idee eine wachsende Zahl an Interessenten. Manche Schulen haben einen gemeinsamen Ruheraum für Schüler und Lehrer eingerichtet, andere verfügen über einen „Raum der Stille“ nur für Lehrpersonen. Die Adressatenfrage muss jedes Kollegium für sich klären. Eine wichtige Rolle spielt sicherlich die Finanzierung eines derartigen Raumes. Jedoch zeigen die ersten Umsetzungsversuche, dass hier mit Fantasie vieles machbar ist und oft gerade eine gewisse Schlichtheit die Atmosphäre eines Ruheraums ausmacht. So kann beispielsweise ein Raum in schlichten, warmen Farben gestrichen sowie mit Sitz- und/oder Liegemöbeln ausgestattet werden und durch eine gezielte Ausleuchtung als perfekte Ruheoase wirken. Um die Akzeptanz eines „Raumes der Stille“ zu sichern sollte auf jede religiöse, weltanschauliche oder politische Ausrichtung verzichtet und ein eindeutiges Nutzungskonzept (zum Beispiel Öffnungszeiten und dort geltende Regeln) erarbeitet werden.

In welchem Kontext Pausen und Rückzugsmöglichkeiten im Hinblick auf Gesundheitsförderung für Lehrerinnen und Lehrer stehen sollten, erfahren Sie hier.