Herausforderungen
 
Junge am Schreibtisch
„Konzentriert euch!“ Wenn das bloß immer so einfach wäre!
Konzentrationsprobleme sind heute beinahe zu einem Zeitphänomen geworden. Sowohl Erwachsene als auch Kinder und Jugendliche sind von ihnen betroffen. Insbesondere in der Schule können sich hierdurch oftmals echte Schwierigkeiten ergeben.

Konzentrationsprobleme bei Schülerinnen und Schülern

Konzentrationsprobleme und ihre Ursachen

Tipps für eine bessere Konzentration im Klassenraum

Wenn Kinder und Jugendliche in der Schule unter Konzentrationsschwierigkeiten leiden, ist dies für alle Beteiligten ein Problem: Schlechte Noten frustrieren die betroffenen Kinder selbst und gefährden in extremen Fällen eventuell ihre schulische Laufbahn. Kompensieren sie ihre Schwierigkeiten zudem durch auffälliges oder aggressives Verhalten, wird die Problematik für Klassenkameraden, Eltern und für Sie als Lehrkräfte zur Belastungsprobe.
Informationen zu Konzentrationsproblemen und Tipps, wie Sie Ihren Schülerinnen und Schülern dabei helfen können, sich besser zu konzentrieren, finden Sie hier. 

Konzentrationsprobleme bei Schülerinnen und Schülern

Oftmals wird bei Schülern mit Konzentrationsschwierigkeiten zwischen dem „Lusttyp“ und dem „Angsttyp“ unterschieden. Dabei kann der „Lusttyp“ sich deswegen nicht oder nur schlecht konzentrieren, weil es für ihn immer etwas gibt, das ihm mehr Spaß macht als das Bearbeiten von Aufgaben in der Schule oder zuhause. Der „Angsttyp“ hingegen hat im Gegensatz zum „Lusttyp“ eher zuviel Motivation: Er steht unter einem enormen Leistungsdruck, dem er unbedingt gerecht werden will. Dadurch verkrampft er und versagt schließlich gerade aufgrund dieser Verkrampfung – es entsteht die Blockade „Versagensangst“.

Unabhängig davon, welchem Typ sie angehören, fallen Kinder und Jugendliche mit Konzentrationsschwierigkeiten im Unterricht oftmals durch ihre motorische Unruhe auf: Sie sind angespannt, zappeln auf ihren Stühlen herum und spielen mit Gegenständen. Sie haben große Schwierigkeiten, eine längere Zeit lang stillzusitzen. Jede Unterbrechung des Unterrichts ist eine willkommene Ablenkung für sie. Oftmals suchen sie Blickkontakte zu ihren Mitschülerinnen und Mitschülern, um deren Aufmerksamkeit auf sich zu lenken. Durch derartige „Manöver“ stören sie natürlich die gesamte Unterrichtssituation: Schülerinnen und Schüler, die sich normalerweise gut konzentrieren können, werden abgelenkt und an ihrer Arbeit gehindert. Beinahe automatisch kommt es zu Störungen und Unruhe.

Für die betroffenen Kinder und Jugendlichen ist ihre mangelnde Fähigkeit zum konzentrierten Arbeiten sehr frustrierend. Folgendes Zitat bringt diesen Sachverhalt auf den Punkt: „Ist ein Schüler schlecht motiviert, leidet darunter die Konzentration. Kann er sich nicht gut konzentrieren, leidet darunter die Leistung. Zeigt er schwache Leistungen, leidet darunter wieder die Motivation. Der Teufelskreis schließt sich.“

Konzentrationsprobleme und ihre Ursachen

Konzentrationsprobleme können vielfältige Ursachen haben. So können sich Kinder und Jugendliche oftmals beispielsweise dann nicht richtig konzentrieren, wenn sie keine Lust auf eine Aufgabe haben, die ihnen gestellt wurde. Nur allzu oft hört man in solchen Fällen den Satz: „Wozu soll ich das denn lernen – das brauche ich doch sowieso nie wieder!“

Doch nicht immer liegt es an der „Unmotiviertheit“ der Kinder und Jugendlichen, wenn sie ihre Aufmerksamkeit einfach nicht auf bestimmte Aufgaben fokussieren können: Psychische und physische Anspannung sowie ablenkende äußere Bedingungen nehmen in diesem Zusammenhang einen großen Stellenwert ein. Wenn beispielsweise bei den Schülerinnen und Schülern große persönliche (familiäre) Probleme vorherrschen, ist es ihnen unter Umständen nicht möglich, überhaupt ans Lernen zu denken. Konzentrationsstörungen haben ihren Ursprung oftmals in Sorgen und Kummer der Mädchen und Jungen. Emotionaler Stress ist daher oftmals eine der Hauptursachen von Konzentrationsschwierigkeiten. Auch Schüchternheit oder ein geringes Selbstbewusstsein tragen maßgeblich zur Entstehung von Konzentrationsproblemen bei. Physische Faktoren wie zum Beispiel Bewegungsmangel oder Müdigkeit fördern zudem, dass Kinder und Jugendliche sich nicht ausreichend konzentrieren können. Äußere Einflüsse wie zu laute Musik, zu viel Fernsehen oder stundenlanger PC-Konsum sind weitere Ablenkungsfaktoren. Auch das Gefühl, über- oder unterfordert zu sein, kann bei Kindern und Jugendlichen zu Konzentrationsproblemen führen.

Leiden einige Ihrer Schülerinnen und Schüler unter Konzentrationsschwierigkeiten, suchen Sie in jedem Fall rechtzeitig das Gespräch mit den Eltern. Versuchen Sie, mit ihnen gemeinsam Lösungsmöglichkeiten für die bestehende Problematik zu finden. 

Tipps für eine bessere Konzentration im Klassenraum

Wenn Ihnen bei Ihren Schülerinnen und Schülern Konzentrationsprobleme auffallen, können Sie mit ein paar einfachen Maßnahmen dazu beitragen, diese abzumildern.

  • Sitzplatz
    Achten Sie darauf, dass die Mädchen und Jungen, denen es besonders schwerfällt, konzentriert am Unterricht teilzunehmen, ihre Sitzplätze in den ersten Reihen der Klasse beziehen. Hier ist es für sie leichter, sich auf den Unterricht zu konzentrieren. Weiterhin ist es sinnvoll, Kinder mit Konzentrationsschwierigkeiten an der Türseite der Klasse zu platzieren – an der Fensterseite ist die Ablenkungsgefahr sehr viel größer.
  • Arbeitsplatz
    Erinnern Sie Ihre Schülerinnen und Schüler immer wieder daran, nur die Bücher, Hefte und Stifte auf den Tisch zu legen, die momentan benötigt werden. Überflüssige Materialien lenken nur unnötig ab und nehmen außerdem zuviel Platz in Anspruch.
  • Banknachbar
    Vermeiden sie „ungünstige Sitzkonstellationen“: Es ist nicht ratsam, zwei Schülerinnen oder Schüler nebeneinanderzusetzen, die beide unter Konzentrationsstörungen leiden. Günstiger ist es, wenn neben einem „Unruhegeist“ ein ruhiges und ausgeglichenes Kind ohne Konzentrationsprobleme sitzt.
  • Aufgabenstellungen
    Für Kinder und Jugendliche, die unter Konzentrationsschwierigkeiten leiden, ist es schwer, sich lange Arbeitsaufträge mit mehreren Aufgaben auf einmal zu merken. Oftmals vergessen sie im Verlauf der Aufgabenbearbeitung einfach, wie es weitergeht und sind dementsprechend frustriert. Diesen Schülerinnen und Schülern können Sie helfen, indem Sie im Unterricht immer nur eine Aufgabe nach der anderen vergeben, die Aufgaben also „portionieren“.
  • Lob
    Loben Sie Ihre Schülerinnen und Schüler schon dann, während sie noch dabei sind, ihre Aufgaben zu bearbeiten. Ein ernstgemeintes Lob spornt sie zur weiteren Konzentration und zur Weiterarbeit an. Sie sollten sich vor Augen halten, dass Lob stets mehr als Kritik bewirkt. Zeigen Sie den Kindern und Jugendlichen daher, dass Sie das bereits Geleistete anerkennen, statt sie nur kritisch auf die noch ausstehenden Aufgabenteile hinzuweisen.
  • Bewegungspausen
    Von Bewegungspausen während des Unterrichts profitieren nicht nur Kinder mit Konzentrationsschwierigkeiten, sondern die gesamte Klasse. Lassen Interesse und Konzentration nach, treten Ermüdungserscheinungen, Unruhe und Unlust auf, können Bewegungspausen dabei helfen, diesen Phänomenen entgegenzuwirken. Sie tragen zum Stressabbau bei, aktivieren, entlasten und lockern die Schülerinnen und Schüler.

Konzentrationsübungen für Schülerinnen und Schüler finden Sie hier

Unterrichtsmaterialien zum Thema „Konzentration“ finden Sie hier.