Lernen unmöglich? Quälender Juckreiz bei Schulkindern
Chronischer Juckreiz ist immer quälend – Kinder leiden jedoch noch weitaus mehr unter ihm als Erwachsene. Er kann so stark zur Belastung werden, dass an ein entspanntes und effektives Lernen nicht mehr zu denken ist.
Mit Aufklärung und Verständnis gegen den Juckreiz
Kinder, die an einer mit Juckreiz verbundenen Hauterkrankung leiden, sind häufig noch mehr belastet als erwachsene Patienten. Dadurch, dass man die Auswirkungen der Krankheit oftmals deutlich sehen kann, leiden viele unter einem herabgesetzten Selbstwertgefühl, das seinen Ausdruck in Ängsten, Hilflosigkeit, Schuldgefühlen sowie aggressivem Verhalten finden kann. Sie als Lehrer können viel dazu beitragen, die Situation von Mädchen und Jungen mit juckenden Hauterkrankungen zu entspannen.
Mit Aufklärung und Verständnis gegen den Juckreiz
Klären Sie Ihre Schülerinnen und Schüler im Rahmen Ihres Unterrichts über die jeweiligen Erkrankungen auf, um Hänseleien und Ausgrenzungsprozesse zu vermeiden. Machen Sie deutlich, dass juckende Ekzeme und aufgekratzte Hautstellen weder etwas mit mangelnder Hygiene zu tun haben, noch ansteckend sind. Bevor Sie die Hauterkrankungen in Ihrer Klasse thematisieren, sollten Sie allerdings unbedingt Rücksprache mit dem betroffenen Kind sowie mit dessen Eltern halten und sich ihr Einverständnis holen. Wenn das Kind möchte, kann es im Rahmen einer entsprechenden Unterrichtseinheit die Fragen seiner Mitschülerinnen und Mitschüler selbst beantworten.
Seien Sie nachsichtig, wenn das betroffene Kind öfter einmal müde, übernächtigt, unruhig und unkonzentriert am Unterricht teilnimmt. Juckende Hauterkrankungen sind häufig nachts am schlimmsten und bringen die kleinen Patienten um ihren Schlaf. Auch Fehlzeiten – bei besonders schweren Schüben der Krankheit – sollten von Ihnen einkalkuliert und nach Möglichkeit bei Leistungsbewertungen berücksichtigt werden. Dies gilt auch für Prüfungszeiten, in denen die psychischen Belastungen einen negativen Einfluss auf den Verlauf der Hauterkrankung und die Leistungen der betroffenen Mädchen und Jungen haben können.
Auch andere Stress- und Belastungsfaktoren können eine Rolle spielen. Erkundigen Sie sich bei einer Verschlimmerung der Symptomatik bei dem betroffenen Kind und/oder bei seinen Eltern, ob es unter Leistungsstress leidet. Fragen Sie auch nach Problemen innerhalb des Klassenverbands, des Freundeskreises oder der Familie des Kindes.
Achten Sie darauf, dass dem betroffenen Kind Möglichkeiten zur Linderung des Juckreizes – wie beispielsweise bestimmte Cremes oder Kühlpacks – zur Verfügung stehen. Erlauben Sie ihm die Anwendung von Entspannungstechniken, wenn diese ihm helfen.
Bieten Sie dem Kind bei Werk- und Bastelarbeiten (beispielsweise im Unterrichtsfach Kunst) oder auch im Chemieunterricht dünne Gummihandschuhe an. So kann es an allen Angeboten teilnehmen und sich gleichzeitig vor einem Hautkontakt mit den verwendeten Substanzen schützen.
Geben Sie dem Kind die Möglichkeit, seine Haut vor dem Sportunterricht dünn einzucremen, um sie so vor zusätzlichen Reizen (Hautrisse, Schweiß) zu schützen. Nach dem Sport sollte es kurz duschen und die Haut anschließend erneut eincremen können. Bei schweren Schüben sollten Sie Verständnis dafür haben, wenn das Kind vom Sportunterricht befreit wird.
Achten Sie bei aller Rücksichtnahme darauf, das erkrankte Kind nicht zu sehr in den Vordergrund zu stellen. Sie sollten es vielmehr genau wie die anderen Schülerinnen und Schüler in den Klassenverband integrieren. Machen Sie die Krankheit nicht zu etwas Besonderem, sondern zur Normalität. Gehen Sie aus diesem Grund auch nicht explizit auf jede „Kratzattacke“ des Kindes ein. Versuchen Sie stattdessen, die betroffene Schülerin oder den Schüler im Rahmen Ihres Unterrichts gezielt abzulenken.
Eine Zusammenfassung der Tipps finden Sie hier.
Wissenswertes zum Thema „Chronische juckende Hauterkrankungen“ finden Sie hier.
Mehr Informationen zum Thema „Hautschutz“ finden Sie hier.