Sign-Bausteine
 
Sign-Bausteine
Alle Inhalte der Sign-Bausteine stehen unter dem Motto „Gemeinsam Schüler stark machen“. Jeder Sign-Baustein hat dabei seine eigene thematische Schwerpunktsetzung:
  • Sign-Baustein Soziales Lernen
           
    Auf Grenzen stoßen heißt: Orientierung zu finden.

Kinder und Jugendliche zu sozial kompetenten Menschen heranreifen zu lassen heißt, ihnen immer wieder Erfahrungen im Schonraum Schule anzubieten: Erfahrungen, bei denen es um Aufmerksamkeit gegenüber anderen geht, um tolerantes Verhalten und Akzeptanz, um Wertschätzung und den Umgang in der Gruppe. Mit sozialer Kompetenz kann jemand seine eigene Meinung und Befindlichkeit angemessen ausdrücken und die anderer akzeptieren, kann anderen helfen und sich in schwierigen Situationen an geeignete Helfer wenden.

  • Sign-Baustein Persönlichkeitsstärkung
            Stark sein bedeutet: „Ja“ zu sich selbst sagen zu wollen.

Mädchen und Jungen in ihrer Persönlichkeit zu stärken, heißt, sie dazu zu ermutigen, „Ja“ zu sagen: „Ja“ zum eigenen Körper, „Ja“ zu eigenen Stärken und Schwächen und „Ja“ zu der eigenen Identität. Persönlichkeitsstärkung heißt darüber hinaus auch, Kinder und Jugendliche wertschätzend dabei zu unterstützen, ihre Fähigkeiten und Begabungen zu entdecken und zu entfalten. Das hilft den Mädchen und Jungen dabei, Selbstvertrauen aufzubauen. Jemand, der sich selbst vertraut und um seine Fähigkeiten und Begabungen weiß, traut sich auch, in den richtigen Momenten „Nein“ zu sagen: „Nein“ zu falschen Freunden, „Nein“ zu Drogen und „Nein“ zu Gewalt.

  • Sign-Baustein Kommunikation
            Reden ist wie Brücken bauen.

Menschen können nicht nicht kommunizieren. In dem Augenblick, in dem sich zwei Menschen begegnen, beginnen sie, sich gegenseitig etwas mitzuteilen. Dies geschieht zum größten Teil über Körperhaltung, die Bewegung der Hände und den Gesichtsausdruck. Es geschieht über den Klang und den Ausdruck der Stimme und nur zu einem recht geringen Anteil über die inhaltliche Bedeutung des gesprochenen Wortes. Mädchen und Jungen für diese Bereiche der Kommunikation zu sensibilisieren heißt beispielsweise, ihre Empathiefähigkeit zu fördern und sie darin zu stärken, Konflikte auszuhalten. Indem Mädchen und Jungen lernen, ihre Bedürfnisse angemessen zu äußern, sich in die Situation anderer hineinzuversetzen und zuzuhören, bieten sich ihnen in Konfliktsituationen andere Möglichkeiten, als ihre Gefühle zu betäuben, ihre Wünsche mit Gewalt durchzusetzen und Meinungsverschiedenheiten eskalieren zu lassen.

  • Sign-Baustein Sucht
            Echte Auswege schützen vor dem Irrweg Sucht.

Neben der genetischen Veranlagung und frühkindlichen Erlebnissen spielt der Umgang mit belastenden Gefühlen und schwierigen Situationen bei der Entstehung einer Sucht eine wichtige Rolle. Diese belastenden Gefühle und schwierigen Situationen reichen von Langeweile über Angst, Wut und Trauer bis hin zu Stress und Leistungsdruck. In der Präventionsarbeit sollte darum die Stärkung und Aktivierung von persönlichen Ressourcen im Vordergrund stehen, über die jeder Mensch verfügt, auch wenn sie ihm nicht bewusst oder nicht mehr präsent sind. Gemeint sind damit Begabungen und Neigungen, die einem dabei helfen, Gefühle zu bewältigen: Dinge, die man gut kann, die man gern macht, die einem gut tun. Wer seine Ressourcen kennt, sie angemessen einsetzen kann und wer zudem um die Gefahren und Risiken im Umgang mit Suchtstoffen weiß, ist weniger suchtgefährdet.

  • Sign-Baustein Freundschaft, Liebe, Sexualität
            Liebe heißt Verantwortung.

Der Bereich Freundschaft, Liebe, Sexualität ist sehr sensibel. Kaum ein anderes Thema ist so stark mit Vorurteilen, Missverständnissen und Scham behaftet. Mit Mädchen und Jungen daran zu arbeiten heißt, ihnen Chancen und Möglichkeiten aufzuzeigen, aber sie auch auf die Konsequenzen und Gefahren aufmerksam zu machen. Bei Freundschaft, Liebe, Sexualität geht es um das gute Miteinanderauskommen. Was bedeutet es, Verantwortung für jemanden zu übernehmen? Wie lernt man, seine eigenen Bedürfnisse zu formulieren und die des anderen wahrzunehmen? Wie achtet man sowohl auf seine eigenen Grenzen als auch auf die des anderen? Doch auch das nicht so gute Miteinanderauskommen ist in diesem Sign-Baustein verankert: durch die Themen Gewalt und Mobbing. Ab dem 14. Lebensjahr sind Jugendliche strafmündig; das heißt, sie tragen dann selbst die Verantwortung für die rechtlichen Folgen ihres Verhaltens. Wer jedoch durch Freundschaft, Liebe, Verantwortung, Rechte und Pflichten in eine Gesellschaft integriert ist und stabile Vorbilder hat, kann bestehende Werte leichter akzeptieren und greift nicht so schnell zu Gewalt oder Drogen.

  • Sign-Baustein Zukunft und Perspektive.
            Seine Möglichkeiten kennen heißt: eine Wahl zu haben.

Zu den Entwicklungsaufgaben im Jugendalter gehören neben dem Aufbau eines Wertesystems, der Gewinnung emotionaler Unabhängigkeit von den Eltern und dem Erwerb des weiblichen oder männlichen Rollenverhaltens auch die Vorbereitung auf Familie und eine berufliche Karriere sowie die Entwicklung eines Lebensentwurfs. Mädchen und Jungen brauchen die Chance, sich im Schonraum Schule ausprobieren zu können, an sich glauben zu dürfen, sich ihrer Fähigkeiten und Begabungen bewusst zu werden. Jemand, der weiß, wo seine Fähigkeiten und Begabungen liegen, findet leichter den passenden Ausbildungs- oder Studienplatz. Dies erspart den jungen Menschen neben einem meist hohen wirtschaftlichen Aufwand vor allem Frustration und Unzufriedenheit, Überlastung oder Unterforderung – Umstände, die sonst zu gewalttätigem Verhalten oder Sucht führen könnten.