Gewalt
 
Stalking - auch ein Phänomen in der Schule?
Stalking - auch ein Phänomen in der Schule?
Immer wieder liest man in Zeitungen von Menschen, die ihren Opfern nachstellen und auflauern. Da ist es verständlich, wenn Eltern sich Sorgen machen, dass auch ihr Kind einmal Opfer von solchen "Stalking"-Angriffen werden könnte. Woran erkennt man aber, wann es sich um "Stalking" handelt?

Was versteht man unter "Stalking"?

Unter "Stalking" versteht man das oft über mehrere Wochen oder Monate andauernde (zwanghafte) Verfolgen, Belästigen, Bedrohen oder Terrorisieren eines Menschen gegen dessen Willen. Häufig liegt die Ursache in der Zurückweisung des Täters durch das Opfer oder in dem Bedürfnis des Täters am Opfer für etwas Rache zu nehmen.

Zunächst ist es daher wichtig herauszufinden, welcher Art die Belästigungen sind, von denen das Opfer berichtet. Die Art der Handlung, die Intensität und die Häufigkeit des Vorkommens sind ausschlaggebend dafür, abschätzen zu können, ob es sich tatsächlich um "Stalking" handelt.

Stalking-Opfer leiden zumeist massiv unter verschiedenen psychischen Symptomen, wie zum Beispiel Schreckhaftigkeit, Angst, Schlafstörungen oder weniger Lebensfreude. Allerdings sind dies alles Anzeichen, die auch auf andere (schulische) Probleme oder Stress hinweisen können.

Stalking, Mobbing oder doch nur "alterstypisches Ärgern"?

Es gibt Mädchen und Jungen, die davon berichten, dass sie von anderen Schülerinnen und Schülern geärgert, belästigt oder auf dem Heimweg verfolgt werden. Aber ist das "Stalking"? Grundsätzlich ist Stalking in den Schulen bisher kein Thema. Auch wenn in den Medien von einer Zunahme von Stalkingfällen berichtet wird, so ist Stalking in der Regel kein Phänomen, von dem Schülerinnen und Schüler betroffen sind.

Es handelt sich nicht immer gleich um "Stalking", wenn Mädchen oder Jungen von Mitschülern verfolgt werden oder ihnen nachgestellt und aufgelauert wird. Vermutlich geht es eher um den Versuch, jemanden zu ärgern oder jemanden zu mobben.

Wenn man also plötzlich bei seinem Kind Verhaltensauffälligkeiten feststellt, so sollte in einem ruhigen Gespräch versucht werden zu klären, was das Kind bewegt. Gemeinsam kann nach Lösungen gesucht werden, die auch den Interessen des Kindes dienen. Als sehr hilfreich hat es sich erwiesen, das Problem an der Schule öffentlich zu machen. Es macht durchaus Sinn, nicht nur mit dem Klassenlehrer zu sprechen. Auch auf Elternabenden sollte die Möglichkeit bestehen, Schwierigkeiten zu diskutieren, um gemeinsam Lösungsstrategien entwickeln zu können.

Im Zweifelsfall ist es jedoch immer ratsam, auf Nummer sicher zu gehen und sich Rat und Hilfe bei Organisationen zu holen, die sich mit dem Problem Stalking auskennen. Den Kindern wird zudem die Möglichkeit gegeben, die belastende Situation aufzuarbeiten und dem Gefühl von Ohnmacht zu begegnen.

Ansprechpartner kann auch die Polizei sein, die über gut ausgebildete Beamte verfügt. Selbst wenn es sich noch nicht um ein strafbares Verhalten handelt, gibt es so die Möglichkeit, den "Stalker" gezielt anzusprechen und von Amts wegen auf sein Verhalten aufmerksam zu machen. In vielen Fällen kann das unter Umständen schon genügen, um dafür zu sorgen, dass der "Stalker" sein Verhalten aufgibt und gar nicht erst Straftaten begeht.