Schule
 
Weniger Erfolg in der Schule durch Fernsehkonsum
Haben Kinder heute schlechtere Schulergebnisse durch einen vermehrten Fernsehkonsum als früher? Neue Ergebnisse deuten auf einen Zusammenhang hin. Wissenschaftler der Universität Otago in Neuseeland fanden dieses in einer aktuellen Studie heraus.

Zu viel Fernsehen schadet Kindern, das geben Wissenschaftler immer wieder zu verstehen. Die Wissenschaftler der Universität Otago beobachteten von fast 1000 der 1972 und 1973 geborenen Kinder den Fernsehkonsum. Diese angelegte Längsschnittstudie beobachtete Mädchen und Jungen über Jahrzehnte. Sie wurden im Alter von fünf, sieben, neun, elf, 13 und 15 Jahren nach ihrem täglichen Fernsehkonsum befragt. Im Alter von 26 Jahren wurde noch einmal nachgeforscht. Sie fanden dabei heraus, dass Frauen und Männer, die im Kindesalter wenig ferngesehen hatten, mit höherer Wahrscheinlichkeit einen Universitätsabschluss besitzen als diejenigen die mehr Fernsehen schauten. Dabei waren der eigentliche Intelligenzquotient und der soziale Status nicht von Bedeutung.

Es konnte belegt werden, dass die Dauer und das Alter der Kinder dabei eine Rolle spielen: Je jünger die Mädchen und Jungen sind, desto geringer werden die Lernerfolge. Entscheidend ist auch, ob Kinder einen eigenen Fernseher in ihrem Zimmer haben.

Auch Studien aus Amerika bestätigen diesen Zusammenhang. Sie stellten weiterhin fest, dass vermehrter Fernsehkonsum auch einen negativen Einfluss auf die Gesundheit der Kinder hat. Inaktive Mädchen und Jungen leiden häufiger an Übergewicht, als Wenig-Fernsehgucker. Sie neigen häufiger zu Aggressionen und sind unausgeglichener. Auch kommen sie früher in Kontakt mit Alkohol, Tabak und illegalen Drogen.

Andere Studien belegen weiterhin, dass sich der Fernsehkonsum in den ersten drei Lebensjahren besonders negativ auf Lese- und Mathematikfähigkeit auswirkt. In einer deutschen Studie vom Kriminologischen Forschungsinstitut im Jahr 2004 stellten deutsche Wissenschaftler fest, dass häufige Computerspiele und Fernsehkonsum Kinder erheblich in ihrer schulischen Leistungsfähigkeit einschränken. Jungen scheinen davon häufiger betroffen zu sein. Das könnte vielleicht daran liegen, dass Jungen Computerspiele lieber spielen als Mädchen.
Der Leistungsabfall wird durch einen Gehirnbotenstoff verursacht. Dieser Botenstoff wird Dopamin genannt. Er bewirkt, dass Glücksgefühle beim Computerspielen entstehen. Das zuvor in der  Schule erworbene Wissen kann sich somit nicht im Gehirn festsetzen, weil es von Fernseh- und Videobildern überlagert wird. Außerdem hängt der Leistungsabfall auch damit zusammen, dass sich Kinder durch den vermehrten Fernsehkonsum weniger Zeit für Hausaufgaben und zum Lernen nehmen.

Fernsehkonsum einschränken

Sie können dieser ungesunden Entwicklung entgegenwirken. Sie tun Ihrem Kind etwas "Gutes", indem Sie beispielsweise den Fernsehkonsum einschränken.

  • Legen Sie Zeiten mit ihrem Kind fest, wann Fernsehen geschaut werden darf.
  • Nehmen Sie eine Programmzeitschrift und kreuzen mit Ihrem Kind gemeinsam an, welche Sendungen geschaut werden dürfen.
  • Versuchen Sie, Zeit zu finden um gemeinsam fern zu sehen.
  • Sprechen Sie mit Ihrem Kind über die geschauten Inhalte.
  • Machen Sie Ihr Kind auf die Folgen von übermäßigem Fernsehkonsum aufmerksam.
  • Bieten Sie Ihrem Kind andere Freizeitaktivitäten, beispielsweise Fahrrad fahren oder Gesellschaftsspiele, an.