Schule mitgestalten
Wer als Mutter oder Vater Schule mitgestalten möchte, lässt sich zum Elternvertreter wählen. Es gibt aber für Eltern auch weitere Möglichkeiten sich an Schule aktiv zu beteiligen. Wie diese aussehen könnten, können Sie hier nachlesen.
Schule leistet Erziehungsarbeit
Mütter und Väter können dabei sein
Die Teilnahme von Müttern und Väter an Schule beschränkt sich nicht selten auf das Backen von Kuchen für Schulveranstaltungen oder das Durchführen kleinerer Reparaturen auf dem Schulhof. Einige Mütter und Väter lassen sich zum Elternsprecher wählen und nehmen so an Schulentscheidungen teil. Es gibt aber noch weitere Möglichkeiten, wie Sie Ihr Wissen in den Schulalltag integrieren können und so gleichzeitig einen besseren Kontakt zu den Lehrerinnen und Lehrern Ihres Kindes erhalten.
Schule leistet Erziehungsarbeit
Schülerinnen und Schüler verbringen mindestens den Vormittag in der Schule. Besuchen sie eine Schule mit Ganztagsunterricht, verbringen sie sogar die überwiegende Zeit dort. Die Schule mit ihren Lehrerinnen und Lehrern leistet einen Großteil an Erziehungsarbeit. Schule vermittelt den Mädchen und Jungen Fachwissen und bereitet sie auf einen Schulabschluss vor. Dieser bestimmt maßgeblich die Erfolgsaussichten und Berufschancen der Jugendlichen.
Schule und die an Schule beteiligten und mitwirkenden Personen haben großen Einfluss auf Ihr Kind. Dort wird es auf das spätere Leben vorbereitet und dort baut es meist den Freundeskreis auf, der wiederum Einfluss auf das Verhalten des Kindes hat. Deshalb ist es für Mütter und Väter, wichtig mit Schule und den daran Beteiligten und Mitwirkenden in Kontakt zu bleiben und ein vertrauensvolles Verhältnis aufzubauen. So findet ein intensiverer Informationsaustausch statt. Die Hemmungen schulische Probleme oder Auffälligkeiten zu thematisieren sinken, denn ein gutes Verhältnis fördert die Gesprächsbereitschaft.
Mütter und Väter können dabei sein
Sie als Elternteil verfügen über jede Menge Fachwissen aus dem Bereich Ihrer Berufswelt und aus dem Bereich Ihrer Freizeit. Zudem sind Sie im Gegensatz zu Ihren Kindern Zeitzeugen der jüngeren Geschichte. Warum bringen Sie Ihr Wissen und Ihre Erfahrungen nicht einfach in den Schulalltag mit ein?
In Zusammenarbeit mit den Lehrerinnen und Lehrern können Sie Arbeitsgemeinschaften bilden, in denen Sie Erfahrungen und Kenntnisse aus Ihrer Berufswelt oder Ihren Hobbys einbringen. So können Sie beispielsweise EDV-Unterstützung anbieten oder bei der Aufsicht und Betreuung von Computer- und Internet-AGs mithelfen. Auch praktische Fertigkeiten können Sie vermitteln, wie das Reparieren von Fahrrädern oder das Handwerken mit Holz. Sie können ebenfalls bei der künstlerischen und ästhetischen Wissensvermittlung helfen, wie im Bereich Theater, Gesang, Musik oder Malerei und Basteln. Vielleicht haben Sie an einem Nachmittag in der Woche Zeit, vielleicht aber auch für eine Schulstunde. Bieten Sie den Lehrerinnen und Lehrern Ihre Hilfe an.
Vor allem im Bereich der Berufsvorbereitung und -orientierung können Sie aktiv mitarbeiten. So könnten Sie den Mädchen und Jungen beispielsweise im Unterricht Berufe vorstellen und sie über nötige Voraussetzungen für diesen Beruf informieren. Vielleicht haben Sie auch die Möglichkeit Praktikumsplätze zur Verfügung zu stellen beziehungsweise Besichtigungen oder Firmenbesuche zu organisieren.
Häufig stellen Schülerinnen und Schüler die Frage: "Wozu brauche ich das später einmal?" Da können Mütter und Väter ihr praktisches Fachwissen während eines Unterrichtsbesuchs einbringen. Arbeiten Sie beispielsweise am Theater, können Sie während einer Musik- oder Deutschstunde von Ihrer Arbeit berichten. Dies können Tierpfleger oder Ärzte im Bereich der Biologie, Bäcker oder Köche in den Hauswirtschafts- und Personen mit Auslandserfahrung in den Fremdsprachenunterricht sein. Mütter und Väter können für den Fachunterricht gemeinsame Ausflüge organisieren und mitgestalten.
Eine aktive Beteiligung ist auch an Elternabenden zu spezifischen Themen möglich. In diesem Rahmen können Sie Ihr Fachwissen den übrigen Eltern vermitteln. Sie haben in diesem Sinne eine doppelte Funktion: Sie können die Themen aus Experten- und Elternsicht betrachten und die Abende aktiv mitgestalten.
Warum den Geschichtsunterricht nicht einmal mit Zeitzeugenberichten gestalten? Schließlich hat Deutschland in jüngster Zeit beispielsweise durch die Wiedervereinigung Geschichte geschrieben. Sie können berichten, wie Sie den Fall der Mauer erlebt haben und wie sich vielleicht auch Ihr Leben dadurch verändert hat. Anlass dazu könnte ein Themenabend sein, in dem zuerst gemeinsam mit Schülern und Eltern ein Film zum Thema angesehen wird und anschließend Sie als Zeitzeugen von Ihren eigenen Erfahrungen und Erinnerungen berichten.
Sprechen Sie auf dem nächsten Elternabend doch einfach die Klassenlehrerin oder den Klassenlehrer Ihres Kindes an und machen Sie Vorschläge, wie Sie sich an Schule beteiligen möchten. Die Lehrkraft ist bestimmt dankbar über Ihren Vorschlag und es zeigen sich vielleicht auch andere Mütter und Väter bereit, Schule mitzugestalten.