Wie sicher ist der Schulweg?
Mit dem neuen Schuljahr beginnt für viele Kinder und Jugendliche auch ein neuer und spannender Lebensabschnitt. Dem einen oder anderen steht dabei auch ein Schulwechsel und somit ein neuer Schulweg bevor. Wie kann ich mein Kind auf diese neue Herausforderung vorbereiten?
Mit dem Rad oder zu Fuß?
Damit auf unseren Straßen alles sicher und ohne Zwischenfälle läuft, müssen sich alle Verkehrsteilnehmer an bestimmte Regeln halten. Das gilt sowohl für Autofahrer, als auch für Fußgänger oder Radfahrer. Deshalb sollten Kinder die im Straßenverkehr geltenden Regeln frühzeitig lernen, um ihre täglichen Wege sicher zu meistern. Hierfür benötigen sie eine Reihe von Fähigkeiten, die sie im Laufe ihrer Kindheit nach und nach lernen. Dazu gehört beispielsweise der bewusste Blick nach rechts und nach links. Zudem sollten sie einschätzen können, wie schnell die Autos sind und sie sollten wissen, wo sie die Straße sicher überqueren können. Zwar werden Kinder heutzutage bereits im Kindergarten auf den Straßenverkehr vorbereitet, trotzdem sollten Sie als Eltern den neuen Schulweg mit Ihrem Kind gemeinsam kennenlernen und üben. Hierfür ist es ratsam, wenn Sie Ihr Kind in den ersten Tagen oder Wochen auf seinem Weg in die Schule begleiten. Doch auch wenn Ihr Kind sich sicher im täglichen Straßenverkehr bewegt, kann es durch die Unachtsamkeit anderer Verkehrsteilnehmer zu Konfliktsituationen kommen.
Mit dem Rad oder zu Fuß?
Wissenschaftler gehen davon aus, dass Kinder erst ab einem Alter von zehn Jahren den vielfältigen Anforderungen des Straßenverkehrs soweit gewachsen sind, dass sie diesen auch alleine zu Fuß bewältigen können. Der Grund dafür liegt vor allem darin, dass sowohl ihr Sehvermögen, als auch ihre Fähigkeit zur Ortung von Geräuschen und ihre Motorik zuvor noch nicht voll ausgebildet sind.
- Kinder denken anders:
Sie glauben, dass auch die anderen Verkehrsteilnehmer all das sehen, was sie sehen. Sie verstehen beispielsweise noch nicht, dass ein Auto einen gewissen Bremsweg benötigt, bis es tatsächlich steht.
- Kinder sehen anders:
Weil sie noch nicht ausgewachsen sind, können sie die Straße nicht überblicken, sie haben einen kleineren Blickwinkel und parkende Autos versperren ihnen die Sicht. Außerdem können sie Entfernungen und Geschwindigkeiten noch nicht richtig beurteilen und ihre Links-Rechts-Wahrnehmung ist noch nicht vollkommen ausgebildet.
- Kinder hören anders:
Vor allem Kindern unter sechs Jahren fällt es schwer, Geräusche richtig einzuordnen, wichtige Geräusche von unwichtigen zu trennen und ihre Herkunft festzustellen. Der Straßenverkehr übt eine regelrechte Reizüberflutung auf Kinder aus und sie sind häufig überfordert.
- Kinder bewegen sich anders:
Der Bewegungsdrang von Kindern hält auch im Straßenverkehr an, sie hüpfen und rennen auf Fußwegen und vergessen dabei leicht nach rechts oder links zu schauen. Sie reagieren spontan, was ihr Verhalten fast unberechenbar werden lässt.
Hinzu kommt, dass es gerade jüngeren Kindern schwer fällt, sich auf mehrere Handlungen gleichzeitig zu konzentrieren. Sie lassen sich schnell durch Tiere, Spiele, durch andere Kinder oder auch durch ihre eigenen Gefühle ablenken. Der Straßenverkehr wird für sie zur Nebensache. Außerdem fehlt ihnen ein ausgeprägtes Gefahrenbewusstsein und sie können nicht vorausschauend handeln. Das können sie in der Regel erst im Alter von etwa zehn Jahren. Erst mit 14 Jahren ist ihre Aufmerksamkeit und Konzentrationsfähigkeit vollständig entwickelt, so dass sie sich auf zwei Dinge gleichzeitig konzentrieren können. Deshalb wird häufig geraten, Kinder erst im Alter von 14 Jahren alleine als Fahrradfahrer am Straßenverkehr teilnehmen zu lassen.