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Was kann ich tun?
Eltern, deren Kinder Mobbing-Opfer sind, stellen sich häufig die Frage, wie sie ihrem Kind helfen können. Doch nicht immer sind liebgemeinte Hilfen wirklich hilfreich. Hier erfahren Sie, wie Sie Ihrem Kind helfen können und was Sie besser unterlassen sollten.

Eltern, deren Kind gemobbt wird, wissen vielfach nicht, wie sie ihrem Kind helfen können. Sie fühlen sich häufig hilf- und machtlos und haben Angst, dass sie ihrem Kind mit der liebgemeinten Unterstützung vielleicht viel eher schaden, als ihm zu helfen. Dennoch leisten Mütter und Väter einen erheblichen Beitrag zur seelischen Entwicklung ihres Kindes. Gerade in dieser Situation brauchen Kinder die Unterstützung und das Verständnis ihrer Eltern. Sie dürfen mit ihren Ängsten und Problemen nicht allein gelassen werden.

Hier erfahren Sie, wie Sie Ihr Kind in dieser schweren Zeit unterstützen können und was Sie als Eltern besser unterlassen sollten.

Was können Eltern bei Mobbing tun?

Wird Ihr Kind beispielsweise in der Schule oder auf dem Schulweg von Mitschülern gemobbt, sollten Sie auf jeden Fall das Gespräch mit der Klassenlehrerin oder dem Klassenlehrer suchen. Für ein erfolgreiches Gespräch mit der Lehrkraft Ihres Kindes sollten Sie folgendes beachten:

  • Bereiten Sie das Gespräch sorgfältig vor und überlegen Sie vorher, was Sie von der Klassenlehrerin oder dem Klassenlehrer und der Schule erwarten.
  • Schildern Sie den Vorfall sachlich. Unterlassen Sie Schuldzuweisungen, denn die Lehrer können in der Regel nichts für den Vorfall.
  • Entwickeln Sie gemeinsam mit der betreffenden Lehrkraft konkrete Vorgehensweisen. Bitten Sie die Lehrerin oder den Lehrer, den Mobbing-Fall Ihres Kindes nicht in der Klasse zu diskutieren. Stattdessen könnte im Unterricht darüber gesprochen werden, welche rechtlichen Konsequenzen Mobbing für Täter haben kann.
  • Sie sollten auf jeden Fall einige Tage nach diesem Gespräch überprüfen, ob der Lehrer tatsächlich etwas unternommen hat. Fragen Sie hierfür einfach Ihr Kind. Sollten die Gespräche mit dem Lehrer erfolglos bleiben, können Sie sich direkt an die Schulleitung wenden, denn: Die Schule hat die Pflicht, sich darum zu kümmern, dass es allen Schülern gut geht.

Gleiches gilt natürlich, wenn Ihr Kind Opfer von Mobbing-Attacken im Sportverein, in der Musikschule oder einer anderen Freizeiteinrichtung ist. Suchen Sie auch in diesem Fall das Gespräch mit der zuständigen Betreuungsperson und überlegen sie gemeinsam, wie weiter vorgegangen werden sollte.

Was sollten Eltern bei Mobbing nicht tun?

Nicht jede gut gemeinte Hilfe und Unterstützung hilft Ihrem Kind in seiner schwierigen Situation tatsächlich. Folgendes sollten Sie als Mutter und Vater daher besser unterlassen, wenn Sie Ihrem Kind helfen möchten:

  • Suchen Sie die Schuld nicht bei Ihrem Kind. Zeigen Sie ihm stattdessen, dass Sie hinter ihm stehen. Machen Sie Ihrem Kind und den Lehrern unmissverständlich klar, dass Sie die Mobbing-Attacken nicht akzeptieren.
  • Sie sollten es unterlassen, ein Gespräch mit den Eltern des oder der Täter zu suchen. In der Regel versuchen Eltern ihr Kind zu schützen und billigen dadurch sein aggressives Verhalten. Selbst wenn die Eltern ihr Kind bestrafen sollten, hat dies oft auch negative Folgen für das Mobbing-Opfer.
  • Ein Gespräch mit den Tätern sollte vermieden werden. Es zeigt den Mobbern, dass sich ihr Opfer nicht selbst wehren kann. Dadurch wird die Position Ihres Kindes weiter geschwächt.
  • Ihr Kind sollte bei den Lehrergesprächen nicht anwesend sein. Die Konfrontation mit dem Lehrer belastet das gemobbte Kind zusätzlich und kann eigene Schuldgefühle verstärken.

Auch wenn Sie als betroffene Mutter oder Vater alle genannten Punkte beachten, heißt das nicht, dass sich die Situation Ihres Kindes zwangsläufig ändern wird. Nicht jeder Mobber lässt sich in seinem Verhalten durch die genannten Maßnahmen beeinflussen. Angedrohte Konsequenzen seitens der Schule führen nicht sofort und automatisch zu Verhaltensänderungen. Gerade deshalb ist es wichtig ihnen frühzeitig die Grenzen aufzuzeigen und mögliche Konsequenzen aus diesem Fehlverhalten zu verdeutlichen.