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Bräuche und Traditionen im Advent
Bräuche und Traditionen im Advent
Seit dem 6. Jahrhundert wird die Adventszeit als Vorbereitungszeit auf das Weihnachtsfest mit unterschiedlichen Bräuchen und Traditionen gefeiert. Wir verraten Ihnen, woher einige dieser Traditionen stammen und wie sie bei uns gefeiert werden.

Weihnachtsgrün

Weihnachtliches Leuchten

Adventskranz

Der Mistelzweig

4. Dezember: Heilige Barbara

6. Dezember: Nikolaus

13. Dezember: Lucia-Tag

Der Begriff "Advent" stammt aus dem Lateinischen und bedeutet übersetzt soviel wie "die Ankunft". Bereits im Jahr 380 wurden die frühchristlichen Gläubigen in der Niederschrift des Konzils von Saragossa dazu angehalten, sich während der Adventszeit auf die Geburt Jesu Christi vorzubereiten.

Die Adventszeit beginnt im christlichen Glauben vier Sonntage vor dem 25. Dezember. Somit liegt der erste Advent immer zwischen dem 27. November und dem 3. Dezember. Diese "Vorbereitungszeit" endet am 24. Dezember mit dem Sonnenuntergang.

Neben dem Adventskalender gibt es weitere Adventstraditionen und Bräuche, die in den verschiedenen Regionen Deutschlands unterschiedlich stark ausgeprägt sind.

Weihnachtsgrün

Bereits vor mehr als 600 Jahren war es Brauch, die eigenen vier Wände in der Vorweihnachtszeit mit Immergrünem zu schmücken. Hierfür eignen sich vor allem Zweige von Wacholder, Misteln und Tannen. Sie symbolisieren die ungebrochene Lebenskraft. Sie sollten Haus und Hof vor Schaden bewahren.

Weihnachtliches Leuchten

Die besondere Rolle von Kerzen in der Vorweihnachtszeit hat seine ganz eigene Geschichte. Im 14. Jahrhundert galten Kerzen als Zeichen der Hoffnung auf eine neue, hellere Zeit. Die Kerzen in der Adventszeit sind auch heute noch traditionell rot. Sie stehen für das Blut, welches Christus dem christlichen Glauben nach für die Menschen vergossen hat.

Adventskranz

Im Jahr 1839 ließ der evangelische Theologe Johann Hinrich Wichern (1808 bis 1881) erstmals im Betsaal des "Rauhen Hauses" in Hamburg einen hölzernen Leuchter mit 24 Kerzen aufhängen. 20 der Kerzen waren kleine rote Kerzen, die für die Werktage bis Weihnachten standen. Die anderen vier Kerzen waren dicke weiße Kerzen, die nach und nach an den vier Advents-Sonntagen entzündet wurden.

1925 hing in Köln erstmals ein Adventkranz mit 4 Kerzen in einer katholischen Kirche. Im Laufe der Zeit verbreitete sich dieser Brauch weltweit. Etwa zehn Jahre später fanden die ersten Adventkränze auch Einzug in die Häuser. Heute werden nur noch vier Kerzen auf einen Kranz gesetzt. Eine für jeden Sonntag im Advent.

Die Gestaltung des Adventskranzes ist sehr vielfältig. Es kann ein geschmückter Kranz aus Tannen, Weidenzweigen oder Moos sein, aber auch aus Kunststoff, Glas oder Metall.

Der Mistelzweig

Wer glaubt, der Brauch um den Mistelzweig sei eine Erfindung Hollywoods, liegt falsch. Zwar ist nicht bekannt, wie der Mistelzweig zum Weihnachtsgrün wurde, doch die Sagen um dieses mystische Gewächs reichen bis zu den nordischen Göttern. Schon bei altgermanischen Feiern zur Wintersonnenwende spielten Misteln eine Rolle.

Woher der Brauch des Küssens unter dem Mistelzweig stammt, ist bis heute nicht ganz geklärt. Einige führen diesen Brauch auf die Saturnalien im alten Rom zurück, andere sehen darin ein Überbleibsel des skandinavischen Glaubens, dass die Pflanze heilig sei. Demnach schlossen Krieger, die unter einer Mistel im Wald zusammenstießen, für den Tag Waffenstillstand. Eine weitere Legende besagt, dass die Mistel ursprünglich ein Baum des Waldes gewesen sei, der das Holz für das Kreuz Christi geliefert habe. Deshalb sei der Baum vor Schmach auf seine jetzige Größe zusammengeschrumpft und verbreite auf alle Vorübergehenden Güte und Reinheit.

4. Dezember: Heilige Barbara

Die Heilige Barbara lebte als heimliche Christin am Ende des dritten Jahrhunderts in Nikodemien (heute Izmit) in der heutigen Türkei. Barbara war die Tochter eines Königs, der sie wegen ihres christlichen Glaubens töten ließ. Obwohl ihr Vater gegen den christlichen Glauben seiner Tochter war, ließ sich Barbara nicht umstimmen. Daraufhin brachte ihr Vater sie zum Statthalter, der die junge Frau zum Tode verurteilte. Vor ihrem Tod betete Barbara zu Gott und es erschien ein Engel, der sie in ein schneeweißes Gewand hüllte, bevor ihr Vater sie mit einem Schwert tötete. Dabei wurde sein Schwert vom Blitz getroffen und er verbrannte.

Die Heilige Barbara ist seitdem ein Symbol für Wehr- und Standhaftigkeit. Die Beziehung zum Bergbau begründet sich durch den selbstöffnenden Felsen, durch den Barbara fliehen konnte. Sie beschützt die Bergleute seitdem vor einem unerwarteten Tod während ihrer Arbeit.

Nach einer alten Tradition werden am Barbaratag Zweige von einem Obstbaum, meistens ein Kirschzweig, abgeschnitten und ins Wasser gestellt. Der Zweig wird mit einem Zettel und  dem Namen der Liebsten oder des Liebsten versehen. Blüht der Zweig an Weihnachten kann man sich Hoffnung machen, dass es zu einer erträumten Beziehung kommt. Ist der Zweig hingegen bis dahin vertrocknet oder verblüht wird aus der Schwärmerei nichts.

6. Dezember: Nikolaus

Der heilige Nikolaus lebte in Myra, der heutigen Türkei, und war ein besonders hilfsbereiter und großzügiger Bischof. Er war ein Sohn wohlhabender Eltern, der sein gesamtes Vermögen den Armen vererbte und ihnen in schwierigen Situationen half. Sein Todestag fiel auf den 6. Dezember. Dieser Tag wurde so zum Gedenktag des heiligen Nikolaus. Seit 1555 werden Kinder an diesem Tag beschenkt.

Über den Nikolaus gibt es viele Legenden. Der Brauch des nächtlichen Füllens der Schuhe basiert auf der Legende von drei Jungfrauen. Ihr Vater wollte die drei Schwestern zur Prostitution zwingen. Daraufhin warf Nikolaus des Nachts einen Goldklumpen durch das Fenster der Schwestern, damit sie sich nicht prostituieren müssen. Daher stammt das Beschenken in der Nacht vom 5. zum 6. Dezember. Ein anderer Brauch ist das Schiffchensetzen. Aus Papier wurden schon im 15. Jahrhundert Nikolausschiffe gebastelt, in die der heilige Nikolaus seine Gaben legen sollte. Hintergrund war die Legende eines Schiffes, das in Seenot geraten war. Nikolaus zeigte sich den Seeleuten, beruhigte den Sturm und brachte das Schiff sicher in den Hafen. Auch heute findet man auf vielen Handelsschiffen ein Bildnis des St. Nikolaus zum Schutz des Schiffes. Die Schiffchen wurden später durch einen Strumpf, Schuh oder Stiefel ersetzt.

13. Dezember: Lucia-Tag

Der Legende nach lebte Lucia zur Zeit der Christenverfolgung im dritten Jahrhundert nach Christus in Syrakus. Sie war überzeugte Christin und half anderen Menschen mit gleicher Überzeugung. Lucia gab ihre Mitgift den Armen und versorgte Christen in den Gefängnissen mit Nahrungsmitteln. Damit sie auch in der Dunkelheit auf dem Weg zu den Armen möglichst viel tragen konnte, setzte sie sich eine Krone mit brennenden Kerzen auf den Kopf. Als Lucia als Christin enttarnt wurde, sollten Ochsen sie zu Tode schleifen. Die Tiere weigerten sich jedoch, weshalb Lucia letztendlich erstochen wurde.

Am Morgen des 13. Dezember ist es in Schweden Tradition, dass die älteste Tochter der Familie als Luciabraut in einem weißen Kleid erscheint. Sie trägt einen Kranz aus Preiselbeerzweigen und eine Krone mit brennenden Kerzen auf dem Kopf. In dem Gewand bewirtet sie die Familie und bringt ihnen das Frühstück ans Bett. Auf dem Frühstückstablett werden feine Lieblingskuchen und Safranbrötchen serviert. Der Brauch stammt ursprünglich aus Italien und wurde von den Schweden später übernommen. Im ganzen Land erscheinen morgens auf der Arbeit und in den Schulen schimmernde Luciazüge. Die Mädchen in ihren langen weißen Gewändern mit brennenden Kerzen auf dem Kopf ziehen singend durch die Straßen.

Mehr über die Geschichte des Adventskalenders finden Sie hier.

Typisch für die Adventszeit ist außerdem das Zubereiten von Weihnachtsgebäck wie etwa dem Christstollen. Einige Rezeptideen sowie ungewöhnliche Dekorationsmöglichkeiten finden Sie hier:

Weihnachtsstimmung im Klassenraum

Himmlische Rezepte