Ungeahnte Schülerängste
Experten gehen davon aus, dass sich etwa jedes fünfte Kind vor der Schule fürchtet – je jünger, desto größer auch die Angst. Die Auslöser sind dabei sehr unterschiedlich. Eltern können ihren Kleinen jedoch helfen, die Angst in den Griff zu bekommen.
Mitschüler, Lehrer oder auch der Leistungsdruck sind nur einige Gründe, weshalb sich einige Mädchen und Jungen immer wieder vor der Schule fürchten, so die Ergebnisse des aktuellen Kinderbarometers aus dem Jahr 2007. Die ständige Angst im Nacken hindert viele Kinder daran, gute Leistungen in der Schule zu erbringen. Eine aus Mitleid verfasste Entschuldigung der Eltern kann daher auf Dauer keine Lösung für das Angstproblem sein. Sollte auch Ihr Kind unter Schulangst leiden, raten Experten zu einer professionellen Behandlung. Ihrer Meinung nach muss eine Angststörung, die im schulischen Kontext entsteht, auch dort wieder abgebaut werden, so der Berufsverband für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie.
Natürlich sollten Sie die Angst Ihres Kindes auf jeden Fall ernst nehmen. Doch anstatt es in seiner Angst und möglichen Selbstzweifeln zu bestätigen, helfen Sie ihm viel mehr, wenn Sie es ermutigen und sein Selbstbewusstsein stärken. Professionelle Hilfe kann dabei unterstützen, die eigentliche Ursache der Angst zu klären. Schließlich können die Angstauslöser bei Schulängsten sehr unterschiedlich sein. Während einige Kinder beispielsweise Angststörungen aufgrund von Überforderung oder nach einem Schulwechsel entwickeln, fürchten sich andere vor sozialen Kontakten. Die Ursachen können jedoch auch außerhalb der Schule liegen. So fällt es zum Beispiel einigen Kindern besonders schwer, sich vom Elternhaus zu trennen.
Vorhandene Ängste können zudem weiter verstärkt werden. Insbesondere kränkende Äußerungen von Mitschülern oder Lehrern steigern die Ängste der Kinder zusätzlich, was zu weiteren Problemen führt, denn: Sozial verängstigte Kinder fürchten häufig in besonderem Maße, sich zu blamieren, in peinliche Situationen zu geraten oder von anderen bewertet zu werden. Häufige Anzeichen für Leistungsangst und soziale Angst sind körperliche Beschwerden wie Bauchschmerzen, Übelkeit, Durchfall am Morgen, Kopfschmerzen, Zittern und Schweißausbrüche, so die Fachleute. Sie raten dringend dazu, bei anhaltender Schulangst einen Kinderpsychiater hinzuzuziehen, um dem Leiden der Kinder auf den Grund zu kommen. Allein in Deutschland leidet Schätzungen zufolge jeder fünfte Schüler unter Schulangst. Mädchen sind dabei besonders betroffen.
Wie Sie Ihr Kind bei Schulangst unterstützen können, erfahren Sie hier.
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