Ich schaffe das!
Viele Kinder und Jugendliche blicken ihrer beruflichen Zukunft düster entgegen. Das hat eine Studie von UNICEF ergeben. Doch wer von vornherein denkt, „ich kann sowieso nichts erreichen“, dem ist der Misserfolg fast schon vorprogrammiert. Deshalb sei dir selbst ein guter Trainer!
Sich selbst ein guter Trainer sein
„Ich bin richtig gut!“ oder „Diesmal wird es klappen!“ sind Sätze, die man selten aus den Mündern deutscher Jugendlicher hört. Das hat eine Studie des Kinderhilfswerks UNICEF ergeben, die im Januar 2010 veröffentlicht wurde. Darin haben Wissenschaftler die Lebensbedingungen von Kindern und Jugendlichen aus 21 verschiedenen Ländern untersucht und miteinander verglichen. Die besten Voraussetzungen haben demzufolge jungen Menschen, die in den Niederlanden aufwachsen. Den zweiten Platz belegt Schweden. Die USA bilden das Schlusslicht. Doch wie ist es um die Lebenssituation von deutschen Kindern und Jugendlichen bestellt? Die Antwort lautet: mittelmäßig. Auf dem achten Platz bekleckert Deutschland sich zwar nicht mit Ruhm, hat sich aber im Vergleich zur vorherigen Untersuchung um drei Plätze verbessert. Trotzdem gibt es viele Kinder und Jugendliche in Deutschland, die stärker benachteiligt und häufiger von Armut betroffen sind als andere. Zum Beispiel Kinder alleinerziehender Eltern.
Besonders erschreckt hat die Forscher aber die Lebenseinstellung der Jugendlichen selbst: Viele junge Menschen sehen ihrer berufliche Zukunft düster entgegen. Sie haben zum Beispiel Angst, dass sie später einmal keine Arbeitsstelle finden oder schlecht bezahlt werden. Deutschland liegt hier auf dem letzten Platz aller untersuchten Länder. Doch woher kommt diese Einstellung? Die Wissenschaftler glauben, dass Erwachsene in Deutschland ihren Kindern das Gefühl vermitteln, dass es alle möglichen Gefahren gibt und sie sehr achtsam sein müssen. Frei nach dem Motto: „Pass auf, dass du nicht scheiterst!“. Dabei wäre es viel wichtiger, Kindern den Glauben an sich selbst zu vermitteln, um sie auch für eine unsichere Zukunft zu stärken, so der Autor der Studie, Professor Hans Bertram. „Du kannst es schaffen!“ sollte die Botschaft sein, die bei den Jugendlichen ankommt.
Sich selbst ein guter Trainer sein
Wie groß die Kraft von positiven Gedanken ist, kannst du dir an einem einfachen Beispiel verdeutlichen: Stell dir einmal eine Fußballmannschaft vor, die vor ihrem Spiel in der Kabine sitzt. Der Trainer kommt herein und schreit herum: „Dieses Spiel werdet ihr sowieso verlieren! Das schafft ihr nie, ihr Loser! So einem unfähigen Haufen wie euch bin ich in meinem ganzen Leben noch nicht begegnet!“ Was würde ein solcher Trainer bei dir auslösen? Kann er auf diese Art seine Mannschaft motivieren? Eher nicht. Denn: Jemand der lange genug eingeredet bekommt, dass er etwas sowieso nicht schafft, wird wahrscheinlich nicht erfolgreich sein. Man nennt diesen Effekt selbsterfüllende Prophezeiung. Aussagen wie „Ich weiß, ihr schafft das!“, „Ihr seid richtig gut!“ oder „Ich glaube an euch!“ wirken immer motivierender als negative Aussagen.
Daher ist es wichtig, sich auch mal selbst Mut zuzusprechen und an seine eigenen Fähigkeiten zu glauben. Also sei dir doch zur Abwechslung einmal selbst ein guter Trainer und sage dir: „Ich schaffe das!“ anstatt „Das kriege ich nie hin!“ oder „Ich kann dazu lernen!“ anstatt „Ich mache sowieso alles falsch!“. Damit du diesen Spruch nicht vergisst und ihn immer griffbereit hast, kannst du ihn auf einer Karte notieren, die du zum Beispiel an deine Pinnwand heften oder in deinem Portemonnaie aufbewahren kannst. Eine Vorlage dafür findest du hier.
Mehr über die UNICEF-Studie „Zur Lage der Kinder in Deutschland 2010“ erfährst du hier.
Quelle: www.unicef.de (18.01.2010)