10.06.2003 - Bekannte Tagesschau-Moderatorin empfängt Preisträger und Sign-Jugendreaktion
Geplant war sie schon lange, die Fahrt zu den Fernsehstudios des Norddeutschen Rundfunks in Hamburg. Für den 10 Juni hatte die Tagesschau-Moderatorin Frau Dr. Susanne Holst die PreisträgerInnen der Oldenburger Feder und die Sign-Jugendredaktion eingeladen, um hinter die Kulissen des NDR zu führen und einen Einblick in ihren Alltag als Journalistin zu geben. Die EWE AG mit Herrn Dietmar Bücker und Frau Astrid Lampe sowie die Geschäftsführung der agentur prevent Frau Claudia del Valle und Herr Volker Segelhorst begleiteten die Jugendlichen.
Ausbildung beim NDR - ein Wunder?
Wundern werden sich vielleicht diejenigen, die jedes Jahr einen Ausbildungsplatz beim NDR bekommen. Jörn Behrens vom NDR, der zusammen mit Frau Dr. Holst die Jugendlichen durch die Studios führte, benannte die hohe Nachfrage nach Voluntariatsplätzen. Von bis zu 1.000 BerwerberInnen jedes Jahr, können "leider nur 32 ihre journalistische Ausbildung anfangen". Nach eigenen Angaben ist der NDR der größte Ausbildungsbetrieb im Bereich Medienberufe. Und damit gehört der Sender zu jenen knapp 25% aller deutschen Betriebe, die überhaupt noch junge Menschen ausbilden. "Insgesamt arbeiten Menschen aus über 140 Berufsbildern beim Unternehmen NDR", so Behrens. Und was den NDR so attraktiv macht, dass erfuhren die Jugendlichen während der Führung durch die Studios.
Rotes Sofa und Räuspertaste
Wer kennt sie nicht, die Klassiker des NDR - die "Tagesschau", die gerade 50-jähriges Jubiläum gefeiert hat und die Informations-und Unterhaltungssendung "Das!", in der sich Prominente auf dem roten Sofa den Fragen der Moderatoren stellen? Herr Behrens und Frau Dr. Holst zeigten den Jugendlichen die Ausstattung und Raffinessen der Fernsehstudios. "Ich habe hier eine Räuspertaste, falls ich einen Frosch im Hals habe", erklärte Frau Dr. Holst. Und Herr Behrens betonte, dass für jeden Moderator und jede Sprecherin besondere Beleuchtungswerte im Computer einprogrammiert werden, damit jede/r im "richtigen Licht" sitzt.
Vor Kamera und Teleprompter
Ein Höhepunkt war das Tagesschau-Studio der ARD, in dem Frau Dr. Holst den Jugendlichen den Platz vor der Kamera anbot: "Hier sitzen sie alle: Ullrich Wickert, Anne Will, Jan Hofer" und Frau Holst! Und jede/r der Jugendlichen konnte ausprobieren, wie man sich auf dem Platz fühlt, von dem jeden Nachmittag und Abend Millionen von Zuschauern mit aktuellen Nachrichten versorgt werden. Die Jugendlichen konnten dann direkt die Nachrichten vom Teleprompter ablesen. Frau Holst erklärte, dass während der Sendung noch aktuelle Informationen eintreffen können, auf die die Moderatoren spontan reagieren müssen: "Redaktionsschluss ist erst am Ende der Sendung", so die TV-Journalistin über einen bedeutenden Leitsatz beim NDR-Fernsehen.
Kampf mit Maske und Scheinwerfern
Es gibt Sendungen, da wird den Beteiligten alles abverlangt: so beispielsweise in der "NDR-Talkshow". Die Moderatoren Jörg Pilawa und Julia Westlake sitzen mit ihren Gästen manchmal unter 300 Scheinwerfern, damit alles gut ausgeleuchtet ist. "Da kann es schon bis zu 30 Grad heiß im Studio werden", beschrieb Herr Behrens die weniger bekannten Anforderungen beim Fernsehen. Eine gute Maske ist dann unerlässlich. Denn der normale Fettfilm auf der Haut würde so sichbar werden, als ob die Moderatoren gerade Leistungssport getrieben hätten. "Scheinwerfer sind gnadenlos", bekannte Frau Dr. Holst und enthüllte, dass oft "nur die Maskenbildnerin einen nackt und nicht restauriert" sehe. "10 bis 15 Jahre können wir mit der Maske bei Jedem rausholen". Sind das die eigentlichen Wunder des Fernsehens?