Archiv 2003
 
Polizist im Gespräch mit Jugendlichen
26.11.2003 - Beratungstag in Wildeshausen - Einrichtungen stellen sich den Schülern vor
"Mensch, die sind ja ganz nett"

Wildeshausen. "Ich bin drinne!", jubelt Andrea und klickt wild auf der Seite umher, die sich gerade auf dem Bildschirm vor ihr geöffnet hat. Für einen kurzen Moment war die Online-Seite des Sign-Projektes  nicht zugänglich - ausgerechnet, als 15 Schülerinnen und Schüler aus der 7. Klasse der Hauptschule Wildeshausen den Internet-Auftritt erkunden wollen.
"Worüber schreibt Vitali aus Cloppenburg", "Wann ist der Welt-Aids-Tag" oder "Dürfen 16-Jährige schon in die Disco" lauten die Fragen, anhand derer die Zwölf- und 13-Jährigen die Sign-Seiten erkunden. Bei "Was für Fragen beantwortet denn Dr. Sommer" fangen die Schüler an zu feixen - der Groschen ist gefallen: "Pubertät" ist das Stichwort, das zur gewünschten Info führt.
"Ich finde es total gut, dass wir ins Internet können und uns alles erklärt wird", sagt Andrea, die schon wieder einen neuen Bereich entdeckt hat. "Darf ich auch etwas ins Forum schreiben ?" fragt sie, um gleich darauf ihren Kommentar zum Thema "Rauchfreie Schule" auf die Diskussions-Plattform des Jugendbereichs zu stellen.
Doch Surfen im Web ist bei weitem nicht alles, was die Schüler an diesem Tag kennen lernen. In Jugendamt, Polizei, der Psychologischen Beratungsstelle und Sucht- und Drogenberatungsstelle des Diakonischen Werkes stellten sich gleich vier Beratungsstellen den Siebtklässlern in Hauptschule und Gymnasium vor. Dass örtliche Beratungseinrichtungen in die Schule kommen, um den Schülern ihr Angebot vorzustellen, ist fester Bestandteil des Sign-Programms. "Es geht darum, dass die Jugendlichen feststellen, mensch, die sind ja ganz nett. Wenn ich mal ein Problem habe, kann ich da hingehen", erklärt Mareike van't Zet vom Jugendamt, die den Beratungstag für Sign organisiert hat.
"Ganz nett" finden die Jugendlichen an diesem Tag alle Berater. Selbst im Gespräch mit der Polizei ist das Eis schnell gebrochen und die beiden Polizisten haben kaum Zeit, alle Fragen ausführlich zu beantworten. "Wir sind nicht nur dafür da, als "Bullen" beschimpft zu werden, sondern ihr könnt jederzeit bei uns vorbeikommen und euch beraten lassen", gibt Helga Stilke, bei der Kriminalpolizei Wildeshausen Beauftragte für Jugendsachen, den Schülern mit auf den Weg.
"Ich finde es total gut, dass sie uns alle Fragen beantwortet haben", meint Lisa-Marie aus dem Gymnasium Wildeshausen nachher. "Jetzt weiß ich auch, wo die sitzen und kann später einfach hingehen."

 
Schüler und Schülerinnen
Stimmen zum Beratungstag:

Ich fand am Beratungstag gut, ...

" ... dass die Suchtberatung Sachen (Drogen - Anm. d. Red.) mitgebracht haben." Maren
" ... dass sie unsere Fragen beantwortet haben." Lisa-Marie
" ... dass wir jetzt wissen, wohin wir gehen sollen, wenn wir ein Problem haben. Viele wissen das ja nicht." Jenny
"Vor allem war es für die Leute gut, die bestimmte Fragen gestellt haben." Jessica
" ... dass sie uns gezeigt haben, wie sie arbeiten." Jana
" ... dass ich jetzt auch weiß, wo die Einrichtungen alle sind." Lisa-Marie
" ... dass sich die Berater extra Zeit für uns genommen haben." Saskia