- November 2004 - "Drüber reden ist gar nicht so schwer"
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inTeam November 2004
Sign-Symposium setzt sich mit Aids auseinander
Das Thema Aids mit seinen vielen Facetten stand am 14. September im Mittelpunkt des ersten Oldenburger Präventionsgespräches. Basierend auf dem Baustein 'Liebe, Freundschaft und Sexualität' des Präventionsprojektes Sign richtete sich das Symposium an Schüler der neunten Jahrgangsstufe. Mehr als 300 Jugendliche und ihre Lehrer nahmen an der Veranstaltung teil. Initiiert und konzipiert wurde die Veranstaltungsreihe zu zeitkritischen Präventiv-Themen von Claudia del Valle, Geschäftsführerin Agentur Prevent, und Reiner Siebolds von der Volkshochschule (VHS).
Unter dem Motto 'Von Jugendlichen für Jugendliche' gestalteten die Sign-Jugendredaktion, das Sign-Team der Agentur Prevent und die VHS im bis auf den letzten Platz gefüllten Oldenburger Kulturzentrum PFL eine abwechslungsreiche Veranstaltung. Die Jugendredakteure Lisa de Witt und Jaspar Knoch moderierten die Präventionsgespräche. In einer Talkrunde standen die Referenten des Tages sowie Barbara Wlodarczyk, Lehrerin aus Varel, Rede und Antwort zum Thema Aids-Prävention. Auch zwei Schülerinnen, die drei Monate in einem Aids-Camp in Südafrika verbracht hatten, erzählten von ihren Eindrücken. "Ich wusste vorher schon sehr viel über dieses Thema. Es ist aber etwas ganz anderes, wenn man direkt mit den Betroffenen zusammentrifft", berichtete Nina Schmidt. Gergana Bozukova ergänzte, der Aufenthalt in Afrika habe ihr Bewusstsein im Hinblick auf diese Krankheit stark verändert. Beklommenheit lösten im Publikum Aussagen von Oldenburger HIV-Infizierten aus, die über Lautsprecher eingespielt wurden: 'Ich bin seit 14 Jahren infiziert". "Ich weiß nicht, wo ich mich angesteckt habe" oder "Das Schlimmste ist der Durchfall". Mit eindringlichen Worten richtete sich auch Claudia del Valle an die Jugendlichen. Sie erinnerte sie daran, dass Aids bereits deren Elterngeneration geprägt habe und wie wichtig es sei, sich dem Thema zu stellen. Aufklärung könne auch anders funktionieren, so del Valle, etwa durch Projekttage und die anschließende Vorstellung erarbeiteter Ergebnisse für Mitschüler und Eltern.
Kern der Veranstaltung war außerdem detaillierte Information zum Thema. Dr. Hans Fokke Hinrichs, Oldenburger Arzt, der HIV-Infizierte therapiert, referierte zum Krankheitsbild; der Diavortrag von Pastor Günter Faßbender schilderte die Situation im afrikanischen Staat Malawi, der durch die Volksseuche Aids langsam zerstört wird. Natürlich wurde auch darauf hingewiesen, wie man sich am besten vor Aids schützen kann: In erster Linie durch Kondome, aber auch durch genaueres Kennenlernen des Partners vor einer sexuellen Begegnung. Die Frage "Wie soll ich meinem Freund, meiner Freundin sagen, dass ich mit ihm/ihr schlafen und dabei ein Kondom benutzen möchte?" wurde mit einer szenischen Darstellung am Beispiel eines verliebten Paares auch spielerisch-leicht behandelt.
Resümee der Veranstaltung: Drüber reden ist eigentlich gar nicht so schwer. "Wir wollen mit Euch in einen Dialog kommen", sagte Claudia del Valle den Jugendlichen. Dass dies gelungen ist, bewies die Aufmerksamkeit der Schüler auf der gut zweistündigen Veranstaltung. Und: Die zahlreichen Infobroschüren fanden ebenso reißenden Absatz wie die angebotenen Kondome. Auch die Resonanz der teilnehmenden Pädagogen war positiv. "Dies war eine wertvolle Ergänzung mit sehr vielen praktischen Inhalten", so Monika Wulff-Meves, Lehrerin am Neuen Gymnasium Oldenburg.
Jugendliche, die sich in der Sign-Jugendredaktion engagieren möchten, können per E-Mail mit der jugendredaktion@sign-project.de Kontakt aufnehmen. Mehr Infos gibt es unter www.sign-project.de