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Realschule Ofenerdiek
Zukunftstag an der Realschule Ofenerdiek
Einen Tag lang in die Berufswelt hineinschnuppern. Mädchen und Jungen neue Berufsperspektiven aufzeigen. Mädchen für "Männerberufe" wie KfZ-Mechatronikerin oder Jungen  für "Frauenberufe" wie Kindergärtner begeistern - dies sind Ziele des Zukunftstages.

Am 27. April 2006 lud die Realschule Ofenerdiek Vertreter und Mitarbeiter der Agentur für Arbeit, der Bundeswehr, des Pius-Hospitals und aus der Altenpflege zum Zukunftstag ein. Sie stellten den Schülerinnen und Schülern der 9. und 10. Klassen für sie "untypische" Berufe vor. Am Zukunftstag (früher Girls'Day) können Mädchen und Jungen einen Tag im Berufsleben verbringen. Häufig begleiten sie ihre Eltern zur Arbeit und schauen sich deren Arbeitsalltag an. Schulleiter Paul Vogel berichtete, dass 70 Prozent der Mädchen und Jungen der Klassen 5 bis 8 in Oldenburger Betrieben wie Werkstätten, Kindergärten, Altenheimen oder Reisebüros waren.

Leider konnten nicht alle Schülerinnen und Schüler in einen Betrieb hineinschnuppern, da nur wenige freie Plätze zur Verfügung standen. Lehrerinnen und Lehrer fänden es wünschenswert, wenn die Schule den Tag selbstständiger gestalten und das Datum frei wählen könnte. Dadurch würden nicht alle Mädchen und Jungen gleichzeitig in die Betriebe drängen. "Diesmal bin ich an der Schule, weil ich leider keine Stelle gefunden habe. Wir haben bei Fotografen nachgefragt, aber die haben niemanden angenommen, da wir nicht alleine, sondern zu dritt dort hingehen wollten.", berichtete Tineke, Schülerin der 8. Klasse. Viele Mädchen und Jungen suchen sich die Stelle über familiäre Kontakte. Es ist zwar spannend zu sehen, was die eigenen Eltern arbeiten, aber so bleibt der Blick für andere neue und spannende Berufe verschlossen.

Die Angebote an der Realschule Ofenerdiek richteten sich an die 9. und 10. Klassen, da nur ein geringer Teil der älteren Schüler einen Platz in einem Unternehmen bekommen hat. Zu den Aktionen, die an der Schule stattfanden, zählte beispielsweise ein Vorbereitungskurs für Bewerbungsgespräche, der von Lehrern aus dem Fachbereich Arbeit/Wirtschaft durchgeführt wurde. Das Pius-Hospital stellte den Beruf des Krankenpflegers vor. Vertreten war auch die Bundeswehr durch den Wehrdienstberater Dieter Daeglau, der die Mädchen und Jungen über Karrierechancen bei der Bundeswehr informierte.

Mädchen und Jungen entscheiden sich nach wie vor überwiegend für die für sie "typischen" Berufszweige. "Obwohl die Bandbreite sehr groß ist, sehen Jugendliche häufig gar nicht so viele Möglichkeiten bezüglich ihrer Berufswahl.", so der Schulleiter Paul Vogel. "Daher finde ich es wichtig, dass Schüler darauf hingewiesen werden, dass ihnen auch andere Berufsbereiche offen stehen, die vielleicht in der Familie gar nicht diskutiert werden."
Der Anteil der Frauen bei der Bundeswehr liegt beispielsweise bei sechs Prozent, obwohl seit 2001 alle Laufbahnen der Bundeswehr auch Mädchen offen stehen. Stabsfeldwebel und Wehrdienstberater Dieter Deaglau betonte, dass Mädchen und Jungen bei der Bundeswehr die gleichen beruflichen Perspektiven haben. Der Anspruch und die Erwartungen, die an sie gestellt werden, sind gleich. Es gibt bereits erste Hubschrauberpilotinnen und erste Frauen, die Jet fliegen.

Berufsvorbereitung durch Schule nimmt einen immer größeren Stellenwert ein, erklärt der Schulleiter der Realschule. So wird das Fach Arbeit/Wirtschaft nun bereits ab der 8. Klasse - und nicht wie zuvor ab Klasse 9 - unterrichtet. Es gibt nicht mehr nur ein Praktikum, sondern zwei mit einer Dauer von jeweils zwei Wochen. Unterstützt werden die Mädchen und Jungen bei ihrer Berufswahl beispielsweise von Berufsberatern der Agentur für Arbeit. Im letzten Jahr hat zudem ein Eignungstest von einem unabhängigen Institut stattgefunden, durch den die Interessen und Fähigkeiten der Mädchen und Jungen ermittelt wurden. Der Zukunftstag ist für die Mädchen und Jungen der Realschule Ofenerdiek ein Aspekt der schulischen Berufsvorbereitung.

Insgesamt wurden die Veranstaltungen an der Schule zum Zukunftstag von den Mädchen und Jungen positiv bewertet. So sagte eine Schülerin, dass sie sich wünschen würde, dass Veranstaltungen wie der Zukunftstag öfter stattfinden. Eine andere Schülerin kann sich nach dem Zukunftstag vorstellen, bei der Bundeswehr zu arbeiten. Vor allem jüngere Schüler, die an diesem Tag in den Unternehmen waren, konnten erste Kontakte in die Berufswelt knüpfen. "Ich denke, je mehr Möglichkeiten sie haben, auch immer wieder in neue Berufsfelder zu schnuppern, desto stärker ist auch die Motivation gute Leistungen in der Schule zu erbringen. Je besser der spätere Abschluss, desto besser sind die späteren Chancen auf dem Arbeitsmarkt.", so Schulleiter Paul Vogel.

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