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Welt-Hepatitis-Tag im Mai 2010
Welt-Hepatitis-Tag im Mai 2010
Weltweit sind etwa 500 Millionen Menschen mit dem Hepatitis-B- oder dem Hepatitis-C-Virus infiziert. Damit ist ungefähr jeder Zwölfte von einer Infektion betroffen. Etwa alle 30 Sekunden stirbt ein Mensch an diesen Erkrankungen – über eine Million Menschen pro Jahr.

Die World Hepatitis Alliance (WHA)

„Das ist Hepatitis…“

„Bin ich die Nummer 12?“ – „12 Forderungen an die Politik“

Leberkrankungen und ihre Ursachen

Hepatitisarten

Vorsichtsmaßnahmen

Von 2004 bis 2007 fand der Welt-Hepatitis-Tag jährlich am 01. Oktober statt. Wegen der Festlegung anderer Aktionstage an diesem Termin konnte er jedoch nicht in allen Ländern zeitgleich begangen werden. Im Frühjahr 2007 wurde daher von Patientenvertretern der WHO-Weltregionen der 19. Mai als gemeinsames neues Datum festgelegt. Unter dem Motto „Bin ich die Nummer 12?“ – ebenfalls Leitgedanke des Welt-Hepatitis-Tags im Jahr 2009 – fand im Jahr 2008 der erste globale Welt-Hepatitis-Tag statt.

In den Jahren 2010 und 2011 steht der Aktionstag unter dem Motto „Das ist Hepatitis…“. Unter diesem Leitspruch gehen Betroffene mit ihrer Krankheitsgeschichte an die Öffentlichkeit, um zu zeigen, welche Auswirkungen die Erkrankungen Hepatitis B und C auf ihr Leben haben. Auf diese Weise soll zu einer Entstigmatisierung der Erkrankung beigetragen und für mehr Verständnis plädiert werden.

Die World Hepatitis Alliance (WHA)
Für eine weltweite Koordination wurde im Herbst des Jahres 2007 die World Hepatitis Alliance (WHA) gegründet. Die Nichtregierungsorganisation repräsentiert mehr als 200 Hepatitis-B-  und -C-Patientengruppen weltweit. Patientenvertreter, die von Patientengruppen aus sieben Weltregionen gewählt wurden, befinden sich im Vorstand der WHA. Die World Hepatitis Alliance unterstützt Aktionen für die Verbesserung des Überlebens sowie der Lebensqualität von Menschen mit chronischer Hepatitis B und C. Die Organisation selbst beschreibt ihre Zielsetzung in ihrer Pressemeldung „Das ist Hepatitis…“ vom 31. Oktober 2009 mit den folgenden Worten: „Durch verbesserte Aufklärung, Prävention, Versorgung, Unterstützung und Zugang zu Therapien wollen wir mit den Länderregierungen zusammenarbeiten, um langfristig diese Erkrankungen weltweit auszurotten.“ 

„Das ist Hepatitis…“
Mit der auf die nächsten zwei Jahre angelegten Kampagne „Das ist Hepatitis…“, in deren Rahmen Betroffene von ihrer Erkrankung berichten, sollen die folgenden vier Schlüsselbotschaften vermittelt werden:

  • Vorbeugung: „Schützen Sie sich!“ – Um neuen Infektionen vorzubeugen, ist der wichtigste erste Schritt, die Risikofaktoren für Hepatitis B und C zu kennen.
  • Diagnose: „Lassen Sie sich testen!“ – Ein Test auf Hepatitis B und C ist schnell und einfach. Wenn jemand befürchtet, infiziert worden zu sein, sollte er sich umgehend untersuchen lassen.
  • Schutz: „Impfen Sie sich!“ – Gegen Hepatitis B gibt es eine Impfung, welche die Infektion verhindern kann.
  • Behandlung: „Lassen Sie sich behandeln!“ – Die Therapie der Hepatitis B und C ist in vielen Fällen erfolgreich.

„Bin ich die Nummer 12?“ – „12 Forderungen an die Politik“
Das Motto dieses und des nächsten Jahres „Das ist Hepatitis…“ steht unter dem seit 2008 verwendeten Oberbegriff „Bin ich die Nummer 12?“ Mit ihm soll darauf hingewiesen werden, dass einer von zwölf Menschen weltweit von Hepatitis B oder C betroffen ist. Um die Virushepatitis weltweit bekämpfen zu können und bis zum Jahr 2012 eine Verbesserung der Situation von Patienten zu erzielen, fand im Zuge des internationalen Welt-Hepatitis-Tages 2008 eine Ausarbeitung von „12 Forderungen an die Politik“ statt. Sechs dieser Forderungen sind für alle Länder weltweit identisch (globale Forderungen), die verbleibenden sechs sind auf die jeweilige länderspezifische Situation zugeschnitten (nationale Forderungen). Einen Überblick über die Forderungen finden Sie unter der folgenden Internetadresse: www.binichdienummer12.de

Lebererkrankungen und ihre Ursachen
Auch heute noch sind viele Menschen der Meinung, Lebererkrankungen würden vor allem durch übermäßigen Alkoholkonsum ausgelöst. Dabei sind die Ursachen vielfältig: Viren als Auslöser von Hepatitis (Leberentzündung), die Neigung zu einer Fettleber, Tumoren sowie genetisch bedingte Erkrankungen. Beispiele für Letztgenannte sind die Eisen- und die Kupferspeicherkrankheit, bei denen jeweils zuviel der jeweiligen Substanz im Körper angereichert wird.
Die durch Viren ausgelöste Hepatitis ist verbreiteter als die meisten Menschen vermuten und dabei ansteckender als HIV. Die Spätfolgen von Hepatitis B und C sind gravierend, können zu Leberzirrhose (Endstadium chronischer Lebererkrankungen) und Leberkrebs führen und gehören weltweit zu den häufigsten Todesursachen. Dabei wären derartige Verläufe durchaus vermeidbar: So besteht die Möglichkeit, sich gegen Hepatitis B impfen zu lassen, und sowohl für Hepatitis B als auch für Hepatitis C gibt es wirksame Therapien. Da – bedingt durch die oftmals ohne jegliche Symptomatik verlaufenden Erkrankungen – jedoch nur sehr wenige Betroffene wissen, dass sie mit dem Virus infiziert sind, erfolgen die Diagnosen immer noch viel zu spät. Oftmals fallen erhöhte Leberwerte – ein eventuelles erstes Warnzeichen – nur bei Routinekontrollen auf.

Hepatitisarten
Es existieren die Hepatitisarten A bis G. Hierzulande sind die wichtigsten Erregertypen A, B und C – der Schwerpunkt des Welt-Hepatitis-Tags liegt vorrangig auf den Erkrankungstypen B und C. Im nachstehenden Überblick erfolgt eine Beschränkung auf die Erregerarten A, B und C.

  • Hepatitis A: Das Hepatitis-A-Virus wird fäkal-oral, durch verschmutzte Speisen und verschmutztes Trinkwasser übertragen. Auch über das enge Zusammenleben mit infizierten Personen ist eine Ansteckung möglich. Die Erkrankung verläuft nie chronisch und heilt zu 100 Prozent spontan aus. Krankheitszeichen sind Hautjucken, Gelbfärbung der Haut, Übelkeit, grippale Symptome, Müdigkeit und Gliederschmerzen – oftmals tritt überhaupt keine Symptomatik auf. Eine Impfung gegen Hepatitis A ist möglich.
  • Hepatitis B: Hepatitis B ist weitaus ansteckender als Hepatitis C und HIV. Das Virus kann unter anderem durch Blut, eventuell Speichel, Tränenflüssigkeit, Sperma, Vaginalsekret sowie Menstruationsblut übertragen werden. So ist eine Ansteckung beispielsweise über Geschlechtsverkehr mit infizierten Sexualpartnern möglich. Auch kann die Übertragung des Virus’ von der Mutter auf ihr Kind vor oder während der Geburt erfolgen. Hygienemängel im medizinischen Bereich sind ein weiterer Risikofaktor für eine Infektion. Auch gemeinsam verwendete Nadeln bei Drogenabhängigen, Tätowieren, Piercen und Ohrlochstechen, Kontakt mit Verletzungen Infizierter sowie ein enges familiäres Zusammenleben können zu einer Ansteckung mit Hepatitis B führen. Ein chronischer Verlauf der Hepatitis-B-Erkrankung erfolgt bei fünf bis zehn Prozent der Erkrankten und ist somit eher selten. Bei 90 bis 95 Prozent erfolgt eine spontane Ausheilung der Erkrankung. Im Akutstadium leidet der Betroffene unter Hautjucken, Gelbfärbung der Haut, Übelkeit, grippalen Symptomen, Müdigkeit und Gliederschmerzen. In etwa 30 Prozent der Fälle treten überhaupt keine Krankheitszeichen auf. Auch bei einem chronischen Verlauf ist oftmals keine Symptomatik vorhanden – ansonsten sind Müdigkeit, Konzentrationsstörungen und im Stadium einer Leberzirrhose zirrhosetypische Symptome Anzeichen für eine Erkrankung. Die – unterschiedlich hohen – Langzeitrisiken bei einem chronischen Verlauf der Hepatitis-B-Infektion sind Zirrhose, Zirrhose-Komplikationen sowie Leberkrebs (nach fünf bis 50 Jahren). Eine Impfung gegen Hepatitis B ist möglich.
  • Hepatitis C: Hepatitis C gilt als eines der gefährlichsten Hepatitis-Viren. Die Übertragung erfolgt über das Blut. Gefährdungspotenziale liegen in Blutkonserven, die vor 1991 übertragen wurden, sowie in der gemeinsamen Nutzung von Nadeln beim Drogenkonsum. Ebenfalls gefährlich sind Verletzungen mit Blut-zu-Blut-Kontakt sowie Hygienemängel im medizinischen Bereich (wie auch beim Tätowieren, Piercen und Ohrlochstechen). Auch ist eine Ansteckung durch Geschlechtsverkehr mit einem infizierten Sexualpartner möglich (Risiko unter fünf Prozent). Das Virus kann zudem prä- oder postnatal von der Mutter auf ihr Kind übertragen werden. Das Risiko liegt auch in diesem Fall bei unter fünf Prozent. Eine Erkrankung mit Hepatitis C verläuft in 50 bis 80 Prozent der Fälle chronisch, in 20 bis 50 Prozent heilt die Krankheit spontan aus. Krankheitszeichen im Akutstadium sind Gelbfärbung der Haut, Übelkeit, grippale Symptome, Müdigkeit und Gliederschmerzen. Allerdings treten in 75 Prozent der Fälle keine Krankheitszeichen auf. Auch eine chronische Erkrankung erfolgt oftmals ohne Symptomatik. Bei Auftreten von Symptomen leiden die Betroffenen unter Müdigkeit, Konzentrationsstörungen, Gelenk- und Gliederschmerzen sowie Depressionen. Sie sind zudem kälteempfindlich, ihre Schleimhäute und Augen sind trocken. Bei Auftreten einer Zirrhose kommt es zu zirrhosetypischen Krankheitszeichen. Unterschiedlich hohe Langzeitrisiken eines chronischen Verlaufs sind Leberzirrhose (acht bis 15 Prozent nach 20 bis 30 Jahren), Zirrhose-Komplikationen sowie Leberkrebs. Eine Impfung gegen Hepatitis C ist nicht möglich.

Vorsichtsmaßnahmen
Neben den Impfungen, die es für einige Hepatitisarten gibt, sowie den angestrebten Früherkennungsmaßnahmen, bestehen weitere – zumeist einfach durchzuführende – Vorsichtsmaßnahmen, um einer Infektion vorzubeugen. Dazu gehören:

  • geschützter Geschlechtsverkehr
  • ein vorsichtiger Umgang mit Blut
  • das Einhalten einer sorgfältigen (Hände-!)Hygiene – insbesondere in Risikogebieten
  • das Abkochen von Trinkwasser
  • eine Vermeidung des Verzehrs von Lebensmitteln (beispielsweise Muscheln oder Austern) aus kontaminierten Gewässern
  • das Kochen, Braten oder Schälen von Lebensmitteln

Mehr Informationen zum Thema Hepatitis finden Sie hier.

Quellen (5/2010): www.apotheker.or.at, Pressemeldung „Das ist Hepatitis…“ der World Hepatitis Alliance vom 31. Oktober 2009